Martin Luther – Kindheit, Jugend und der Eintritt ins Kloster

christian-1296370_1280Vor einem halben Jahrtausend veränderte ein Mann mit der Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache die Welt nachhaltig: Martin Luther. Er ist vor allem als Reformator bekannt. Als mutiger Mönch, der der mächtigen römischen Kirche und dem Kaiser Karl V. mutig die Stirn bot. Doch nur wer Luthers Herkunft kennt kann beurteilen, warum er tat, was er tat – und wie aus einem einfachen Mönch der größte Widersacher des mächtigen Papstes werden konnte.

Lesen Sie im ersten Teil der Reihe, wie Martin Luthers Kindheit und Jugend aussahen, wie er an die Universität ging und sich anschließend für ein entbehrungsreiches Leben im Kloster entschied.

Vom Jungen aus einfachen Verhältnissen zum Mönch

Anfangs deutete kaum etwas darauf hin, dass aus dem Jungen aus einfachen Verhältnissen eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Weltgeschichte werden sollte. Geboren wurde Martin Luther am 10. November 1483 im thüringischen Eisleben. Sein Vater war Bergmann, seine Mutter einfache Hausfrau. Doch trotz ihrer einfachen Verhältnisse lernte der junge Luther Lesen und Schreiben. Sein Alltag war, wie auch der seiner Altersgenossen, von Gewalt geprägt. Schläge waren sowohl im Elternhaus als auch in der Schule an der Tagesordnung. Mit 14 Jahren ging er auf eine Schule in Magdeburg, wo er allerdings nur ein Jahr lang blieb.Von dort ging es nach Eisenach. Geld besaß er meistens nicht. Was er zum Leben brauchte, musst er erbetteln. Einzig eine gewisse Ursula Cotta sorgte einige Jahre etwas besser für ihn. Sein Vater schickte in 1501 schließlich auf die Universität von Erfurt, wo er 1502 den Bakkalaureus und 1505 den Magister erwarb. Doch sollte er geglaubt haben, nun eine ruhigere Lebensphase erreicht zu haben, hätte er sich getäuscht. Mehrere Krankheiten, eine Pestwelle und der Einschlag eines Blitzes in seiner unmittelbaren Nähe sorgten dafür, dass sich Martin Luther ins Augustiner-Kloster in Erfurt begab und sich für ein Leben als einfacher Mönch entschied. Dort befolgte er für viele Jahre pflichtbewusst die strengen Klosterregeln.1

Folgen für sein weiteres Leben

Leid, Schmerz, Krankheiten und Mangel prägten Luthers Kindheit und Jugend. Erfahrungen, die sein späteres Leben ebenso prägen sollten wie seinen Umgang mit Herausforderungen und Problemen. Er lernte früh, sich durchzusetzen und sein (Über)leben auch in Notlagen zu sichern. Gleichzeitig werden ihn die harschen Bedingungen kaum unbeeindruckt gelassen haben. Dafür spricht auch, dass er sich schließlich in ein Kloster begab und sich zunächst von der Welt außerhalb der Klostermauern abwandte. Doch auch hier sollte er keineswegs eine heile Welt vorfinden.

Was ihn schließlich dazu bewegte, sich gegen die Kirche zu stellen, dazu mehr im nächsten Artikel dieser Serie.

Literatur: Febvre, Lucien. Martin Luther. Herausgegeben und übersetzt von Peter Schöttler. Frankfurt am Main, 1996.

1Vgl. Febvre, Lucien (1996). S. 25-27.

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