Die Wikinger und Alfred der Große

Im Jahr 871 n. Chr. beherrschten die Wikinger beinahe ganz England. Die „Great Heathen Army“, angeführt von Ivar dem Knochenlosen und seinem Bruder Halfdan, hatte seit 865 n. Chr. weite Teile der britischen Inseln gewaltsam unter ihre Kontrolle gebracht. König Aelle, der König von Northumbria, war von ihnen 869 getötet worden. Edmund, der Herrscher von East-Anglia nur ein Jahr später. An ihrer Stelle waren englische Vasallenkönige eingesetzt worden, die vollständig unter der Kontrolle der Sieger standen. Das Königreich Wessex, angeführt von Alfred dem Großen, leistete ihnen jedoch erbitterten und schließlich erfolgreichen Widerstand.

Im ersten Artikel dieser zweiteiligen Serie haben wir gesehen, wie die „Great Heathen Army“ beinahe ganz England erobern konnte. Lesen Sie nun im zweiten und letzten Teil, wie es dem legendären englischen König Alfred dem Großen gelang, der als unbesiegbar geltenden Streitmacht aus Skandinavien Einhalt zu gebieten.

Die Wikinger greifen wieder an

Nach ihren ersten Erfolgen konnten die Wikinger relativ gefahrlos auf englischem Boden überwintern. Angespornt durch die Siegesmeldungen fanden sich immer mehr abenteuerlustige und beutehungrige Nordmänner, die die zweitägige Überfahrt von Dänemark nur zu gerne auf sich nahmen um sich ihren Landsleuten anzuschließen. Es gelang ihnen nach einer kurzen, aber heftigen Offensive im Jahr 871, Wessex zu einem Friedensvertrag zu zwingen.1 Die vollständige Eroberung des Königreiches musste jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Das Wikingerheer schlug sein Lager vorerst in Repton auf. Von dort aus eroberte es 874 Mercia, bevor sie sich in zwei Gruppen teilte. Halfdan zog mit seinen Männern Richtung Norden, wo sie Land eroberten und damit begannen, Landwirtschaft zu betreiben..2 Die dort gegründeten Siedlungen sollten noch lange Zeit Bestand haben und die Grundlage für das sogenannte „Danelag“ werden sollte – ein Gebiet, das für lange Zeit immer neuen Siedlern aus Skandinavien als Heimat dienen sollte.

Rekonstruierte Häuser im Wikingermuseum Haithabu

Haithabu in Schleswig – Rekonstruierte Wikinger-Häuser

Neue Invasionen von Wessex

Wessex war nun wieder in ernsthafter Gefahr. Ein großes Wikingerheer begann 875 eine zwei Jahre dauernde Invasion. Im Laufe dieses Ereignisses entschieden sich jedoch immer mehr Nordmänner dazu, Höfe zu errichten und zu Siedlern zu werden.3 Kein Wunder: In ihrer Heimat mussten die Skandinavier mit kargen Böden und einem unbarmherzigen Klima zurechtkommen. Hier, auf der britischen Hauptinsel, lagen die Verhältnisse gänzlich anders. Die Zustände hier mussten den Männern aus dem rauen Norden geradezu paradiesisch erschienen sein. Und wer Land bestellte, musste nicht immer und immer wieder sein Leben in der Schlacht riskieren. Deutliche Vorteile für die Familiengründung hatte diese Lebensweise außerdem.

Im Jahr 878 startete eine so deutlich verringerte Streitmacht eine dritte Invasion von Wessex. Dieses Mal konnten sie König Alfred sogar ins Exil in die Sümpfe von Somerset treiben. Dort sollte er jedoch nicht lange bleiben.

Alfred erobert sein Königreich zurück

Der englische König war keineswegs dazu bereit, sich mit seinen anfänglichen Niederlagen abzufinden. In nur wenigen Wochen sammelte er ein beeindruckendes Heer um sich und stellte die Wikinger bei Edington in Wiltshire zur Schlacht. Dieses Mal triumphierten die verbissen kämpfenden Engländer. Die Wikinger mussten sich in ihr befestigtes Lager zurückziehen, wo sie belagert wurden. Schließlich mussten sie ausgehungert aufgeben. Die Anführer der Nordmänner ließen sich daraufhin Taufen und die Kämpfe fanden (vorerst) ihr Ende.4 Es ist anzunehmen, dass viele Angehörige des Heeres dem Vorbild ihrer Anführer folgten – eine wichtige Voraussetzung für die nun stattfindende Integration der Skandinavier, die in den meisten Fällen zu Siedlern wurden.

Alfred war das gelungen, was für viele seiner Vorgänger tödlich oder im Exil geendet hatte: Die Wikinger aufzuhalten. Er war der letzte König, der einer vollständigen Eroberung Englands durch die Nordmänner noch im Weg stand. Durch sein entschlossenes Handeln konnte er verhindern, dass sich sein Heer vollständig auflöste. Stattdessen vermochte er es, neue Hoffnung und neuen Kampfgeist in den Herzen seiner Männer zu erwecken.

Die Skandinavier hatten dem Land dennoch dauerhaft ihren Stempel aufgedrückt. Mit ihren zahlreichen Siedlungen sollten sie großen kulturellen Einfluss auf die englische Geschichte nehmen. Viele vermischten sich schließlich mit der einheimischen Bevölkerung. Und noch heute lassen die nordisch klingenden Ortsnamen (endend auf -by) auf dem Gebiet des ehemaligen Danelags den Einfluss der Wikinger erkennen.

Literatur:

Keynes, Simon: Die Wikinger in England (um 790-1016). In: Sawyer, Peter (Hrsg.): Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes. Hamburg, 2008.

1Vgl. Keynes, Simon (2008). S. 64.

2Vgl. Ebd. S. 65.

3Vgl. Ebd., S. 65-66.

4Vgl. Ebd. S. 67.

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Die „Great Heathen Army“ – oder wie die Wikinger um ein Haar ganz England eroberten

„A.D. 865. This year sat the heathen army in the isle of Thanet,

and made peace with the men of Kent, who promised money

therewith; but under the security of peace, and the promise of

money, the army in the night stole up the country, and overran

all Kent eastward.1

Mit diesen Worten wird in der Anglo-Saxon Chronicle der Beginn einer ganzen Reihe von Ereignissen beschrieben, die weitreichende Folgen sowohl für England als auch für Skandinavien haben sollten. Im Jahr 865 erreichte die sogenannte „Great Heathen Army“ England. Erleben Sie in dieser Serie hautnah mit, wie die Wikinger durch mehrere englische Königreiche zogen, Tribute einforderten und Könige zu Fall brachten, bevor ihnen schließlich doch noch Einhalt geboten werden konnte.

Wikinger

Frühe Darstellung dänischer Krieger auf ihren Langbooten.

Der erste Teil der Serie beschäftigt sich mit der Frage, woher die „Great Heathen Army“ wahrscheinlich stammte, wer sie anführte und zeigt auf, wie sie in kurzer Zeit mehrere Königreiche zu Fall brachte.

Der Ursprung der „Great Heathen Army“

Über die genaue Herkunft und Zusammensetzung der Armee besteht in der Forschung bis heute keine Einigkeit. Einige meinen, es handelte sich um eine aus Dänemark stammende Armee. Andere Forscher vertreten die Ansicht, dass es sich um einen Zusammenschluss von Wikingern handelte, die zuvor im Frankenreich und in Irland aktiv waren. Als gesichert gilt nur, dass es sich um ein relativ großes Aufgebot gehandelt haben muss. Zum jetzigen Zeitpunkt wird von zwei- bis dreitausend Kriegern, Männern wie Frauen, ausgegangen. Angeführt wurde das Heer von mehreren, hochrangigen Wikingern. Dazu zählten Halfdan und Ivar der Knochenlose, beides Söhne des legendären Ragnar Lodbrok.

Kent, East-Anglia und Northumbria werden überrannt

Der Ansturm der Wikingerarmee scheint die englischen Herrscher gänzlich unvorbereitet getroffen zu haben. Zwar waren zuvor bereits Angriffe von Plünderern abgewehrt worden. Auf eine derart große Zahl von Angreifern war man aber offensichtlich nicht vorbereitet.

Nur ein Jahr nach der Eroberung von Kent befand sich das Heer bereits in East-Anglia, dass sich den Angreifern ergeben hatte. Strategisch besonders bedeutsam ist die Textstelle „they were soon horsed“. Sie besaßen nun Pferde für den Transport, für Aufklärung und den Einsatz im Kampf.

Die Wikinger blieben nicht in East-Anglia. 867 überschritten sie den Humber und begannen die Invasion von Northumbria. Begünstigt durch die Thronstreitigkeiten zwischen den Königen Osbert und Aella machten sie schnell Fortschritte und standen schließlich vor den Toren Yorks. Doch obwohl sich beide Herrscher im Angesicht der großen Bedrohung zusammenschlossen, konnten sie die Wikinger nicht bezwingen. Beide Könige fielen in der Schlacht und York wurde eingenommen.2

Mercia, Hilfe aus Wessex und eine überraschende Kapitulation

868 stießen die Wikinger weiter in Richtung Süden vor und fielen in Mercia ein. Ihr Winterlager schlugen sie bei Nottingham auf. König Burhred von Mercia wusste, dass er die Angreifer alleine nicht würde besiegen können. Er wandte sich hilfesuchend an Ethelred, den König von Wessex und dessen Sohn Alfred. Diese erklärten sich einverstanden. Doch schon kurz nachdem das englische Heer nach Mercia gezogen war stellte sich heraus, dass sich die Einwohner des Landes bereits unterworfen hatten. So kam es zunächst zu keinen größeren Kämpfen zwischen den beiden Heeren.3

Eine (vorläufige) Verschnaufpause

Wie die Wikinger konkret auf die Armee aus Wessex reagiert haben, wird in der Anglo-Saxon Chronicle nicht erwähnt. Überliefert ist aber Folgendes: Im Jahr 869, ein Jahr nach der Eroberung von Mercia, begab sich das Wikingerheer zurück nach York. Es sollte ein Jahr dauern, bis sich die Wikinger auf weitere Eroberungszüge begaben.

Es ist durchaus beachtlich, wie schnell und mühelos die Wikinger gleich mehrere englische Königreiche in die Knie zwangen. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Zum einen zeigt der Zusammenschluss zu einem großen Heer (zumindest auf Zeit), dass sich die Wikinger der Bedeutung zahlenmäßiger Überlegenheit bewusst waren und sie zu nutzen wussten. Sie passten sich zudem flexibel neuen Gegebenheiten an. So besorgten sie sich kurzerhand Pferde und waren in der Lage, befestigte Stellungen zu belagern und einzunehmen. Ihr schnelles Vorgehen ließ den Herrschern dabei kaum Zeit für Vorbereitungen. Die englischen Armeen dieser Zeit, die sog. Fyrd, setzten sich aus der wehrpflichtigen Bevölkerung der jeweiligen Landesteile zusammen. Das waren weder professionelle Krieger, noch konnte man sie in kurzer Zeit versammeln. Dazu kam, dass den Wikingern in dieser Zeit ein schrecklicher Ruf vorauseilte. Zeitweise wurden sie gar als Strafe Gottes für die Sünden der Christenheit angesehen. Kein Wunder, dass die Kampfkraft der angelsächsischen Aufgebote zu dieser Zeit nicht wirklich gut war.

All dies sollte sich jedoch schon bald ändern. Insbesondere Alfred, der junge Thronfolger aus Wessex, sollte den Wikingern einiges mehr an Widerstand entgegensetzen.

 

2Vgl. Ebd.

3Vgl. Ebd.

Quelle:

http://omacl.org/Anglo/

William Marshal – Der größte aller Ritter

Ritter, Turnierchampion, Berater von fünf englischen Königen, schließlich einer der mächtigsten Barone Englands – und nicht zuletzt ein Ritter, der trotz zahlreicher Kämpfe und Schlachten erst im stolzen Alter von 72 Jahren eines natürlichen Todes starb. Wer war dieser Mann, der in einer brutalen und unsicheren Zeit nicht nur überlebte, sondern einen beachtlichen sozialen Aufstieg schaffte?

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Wappen William Marshals

Eine traumatische Kindheit

Die Startbedingungen waren alles andere als vielversprechend. Sein Vater, John Marshal, war ein berüchtigter Warlord, der im englischen Bürgerkrieg auf der Seite der Kaiserin Matilda gegen König Stephan ins Feld zog. Seine väterliche Liebe schien nicht allzu groß gewesen zu sein. Im Alter von nur fünf Jahren wurde William dem König als Garant für einen Waffenstillstand im Zuge der Belagerung von Newbury übergeben. John dachte jedoch nicht daran, sich an seine Zusagen zu halten. William wurde mehrmals vor die Mauern geführt und an den Galgen gestellt, um seinen Vater unter Druck zu setzen. Einmal sollte er gar mit einem Katapult in die Burg geschleudert werden. Auch wenn letztlich keines dieser schrecklichen Vorhaben in die Tat umgesetzt wurde, so müssen diese Erlebnisse für den kleinen Jungen traumatisch gewesen sein.1

Der junge Ritter

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Chateau de Tancarville

Als Zweitgeborener hatte William Marshal nur geringe Aussichten auf das väterliche Erbe. 1160, im Alter von 13 Jahren, reiste er daher nach Tancarville in der Normandie, um dort seine Ausbildung zum Ritter abzuschließen. 1166 wurde er zum Ritter geschlagen und hatte auch gleich Gelegenheit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Bei Neufchatel kam es zu einem durch Grenzstreitigkeiten ausgelösten Kampf, in dessen Verlauf sich der junge Ritter tapfer schlug. Doch Marshal musste lernen, dass ein Ritter nicht nur an seiner Tapferkeit gemessen wurde. Er versäumte es, Gefangene zu machen, für die er Lösegeld hätte verlangen können. Außer Spott und Witzeleien seitens seiner Kampfgefährten musste er sich nun einem viel größeren Problem stellen: Obwohl den Tancarvilles verwandtschaftlich verbunden, wurde er aus dem Haushalt ausgeschlossen. Ein Ritter wurde eben nicht nur an seiner Tapferkeit gemessen. Sein Besitz bestimmte letztlich, wer er war.2 Die „History of William Marshal“ vermerkt dazu: „You are what you have got, and no more than that.“3

Das Turnier als letzter Ausweg

Als mittelloser Ritter hatte William Marshal nur wenige Optionen. Er besaß noch keinen großen Namen, konnte also nicht darauf hoffen, von einem anderen Fürsten ohne weiteres in seine Dienste übernommen zu werden. Ihm blieb nur eine andere, wenn auch hochriskante Möglichkeit: Die Teilnahme an einem Turnier. Die Turniere dieser Zeit lassen sich nicht mit denen des späten Mittelalters oder der frühen Neuzeit vergleichen. Dies waren keine repräsentativen Veranstaltungen, auf denen sich der Adel in all seiner Pracht präsentierte. Im Grunde handelte es sich um Übungen für den Krieg. Verschiedene Gruppen kämpften mit scharfen Waffen auf einem Terrain, das nicht klar begrenzt war. Das Ganze konnte dabei durchaus länger dauern als nur einen Tag. Es ging jedoch nicht darum, den Gegner zu töten. Gefangene zu machen war das Ziel. Marshal kämpfte in seinem ersten Turnier bei Sainte Jamme ausgerechnet mit dem Aufgebot der Tancarvilles. Und er zeigte, dass er dazu gelernt hatte. Er machte zwei Ritter zu seinen Gefangenen, was ihm neben vier Schlachtrössern, diversen Packpferden und mehreren Rüstungen vor allem Respekt und Ansehen einbrachte.4

Im Dienst des Königshauses

Williams Erfolge machten ihn mit einem Schlag für die Fürsten interessant, die stets nach bekannten Rittern Ausschau hielten. So wurde er Teil des Gefolges des Patrick von Salisbury. Mit diesem begleitete er 1168 die englische Königin, Eleonore von Aquitanien, auf ihrer Reise nach Poitou. Die Gegend war berüchtigt für die dort schwelenden Konflikte. Und tatsächlich wurde die Gruppe von Rittern unter der Führung der Brüder Geoffrey und Guy von Lusignan5 angegriffen. William und der Rest der Ritter um Patrick von Salisbury stellten sich trotz ihrer geringen Zahl und nicht angelegten Rüstungen den Angreifern entgegen, um der Königin die Flucht zu ermöglichen. Patrick wurde getötet, Marshal geriet schwer verwundet in Gefangenschaft. Ausgelöst wurde er schließlich durch die Königin, die ihn kurz darauf in ihr persönliches Gefolge aufnahm.6

1170 wurde William Marshal zum „Tutor in Arms“ des jungen Königs Heinrich ernannt. Mit diesem sollte ihn letztlich eine langjährige und innige Freundschaft verbinden. Marshal war nicht nur Mentor des Königs, sondern nahm mit ihm überaus erfolgreich an einer Vielzahl von Turnieren teil. Er unterstützte ihn zudem in seinen zwei Rebellionen gegen seinen Vater, die jedoch scheiterten. Nach dem Tod Heinrichs 1183 reiste Marshal ins heilige Land, um den Mantel seines Herrn und Freundes nach Jerusalem zu bringen. Nach seiner Rückkehr trat er 1186 in den Haushalt König Heinrichs II. ein.7

Richard the Lionheart

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Richard Löwenherz, Darstellung aus dem 12. Jhd.

Richard, Sohn Heinrichs II., rebellierte ebenfalls gegen seinen Vater. Anders als sein Bruder Heinrich war Richard ein erfahrener Kommandeur. Er schaffte es schließlich, die Oberhand im Krieg zu gewinnen. 1189 nahm er Le Mans ein, die letzte Stadt des alten Königs. Dieser musste fliehen, um der Gefangennahme zu entgehen. William Marshal und William des Roches deckten den Rückzug ihres Herrn, der von seinem Sohn Richard verfolgt wurde. So kam es, dass Marshal und Richard Löwenherz direkt aufeinander trafen. William durchbohrte das Pferd Richards mit seiner Lanze, verschonte aber wohlweislich das Leben seines nur leicht gepanzerten Gegenübers. Heinrich II. entkam nach Chinon, wo er schließlich starb. William Marshal harrte bis zuletzt an seiner Seite aus.8

Richard Löwenherz nahm William noch im selben Jahr in seine Dienste auf und stimmte dessen Heirat mit Isabel von Clare zu. Dieser wurde somit der Herr von Striguil und damit ein Baron Englands. Mehr noch: Während Richards Kreuzzug ins Heilige Land diente William als Co-Justiciar Englands. Der einst mittellose Ritter hatte damit bereits jetzt einen sagenhaften Aufstieg erreicht.

William Marshal und König John

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König John, Darstellung aus dem 13. Jhd.

Richard wurde 1199 bei der Belagerung von Chalus von einem Armbrustbolzen tödlich getroffen. Sein Nachfolger wurde sein jüngerer Bruder John. Marshal wurde zum Earl von Pembroke ernannt. Der Titel des Earl besaß eine besondere Bedeutung. Er stammte noch aus angelsächsischer Zeit und hob Marshal auf eine deutlich höhere gesellschaftliche Stufe.

Die nächsten Jahre waren bestimmt durch die wachsenden Ambitionen des französischen Königs Philipp Augustus. Nach und nach vielen immer mehr Gebiete an Frankreich. 1202 führte Marshal die Verteidigung der Normandie an. Trotz aller Bemühungen vielen 1204 Rouen, Chateau Gaillard und die Normandie an die Franzosen. 1205 kam es zu Uneinigkeiten zwischen König John und William Marshal, der sich zunächst aus dem Umfeld des Hofes zurückziehen musste. Erst 1212 kehrte er an die Seite Johns zurück. 1215 begann die Rebellion der Barone gegen die als ungerecht empfundene Herrschaft des Königs. Diese erreichten noch im selben Jahr die Unterzeichnung der Magna Carta, die die Macht des Herrschers einschränken sollte.

1216 starteten die Franzosen unter ihrem König Louis eine Invasion Englands. Zu allem Überfluss starb der König noch im selben Jahr. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Heinrich III. William Marshal blieb auch dieses Mal dem Thron treu. Er wurde zum Wächter des Reiches ernannt und übernahm im Alter von 70 Jahren die Führung der englischen Armee.

Die letzte Schlacht

1217 war ein schicksalhaftes Jahr für England. Die Franzosen standen mit ihren Truppen fest auf englischem Boden. Unterstützt wurden sie von einigen Baronen, die sich auf die Seite des französischen Königs gestellt hatten. Doch die Engländer um William Marshal waren fest entschlossen, sie zu vertreiben. Bei Lincoln sollte es zur Entscheidung kommen. Durch eine geschickte Ablenkungstaktik war es den Engländern möglich, sich einen Weg in die Stadt zu bahnen. In der Folge kam es innerhalb der Mauern zu einer fürchterlichen Schlacht. Angeführt wurden die englischen Truppen von William Marshal höchstpersönlich, der mit seinem Sohn an der Spitze ritt. Zwischen Burg und Kathedrale kam es zu einem erbitterten Kampf. Die Schlacht entschied sich schließlich dadurch, dass die Franzosen in Panik gerieten und die Flucht antraten. Nur 200 französische Ritter sollen der anschließenden Verfolgung entkommen sein. Am 13. Juni wurde ein Friedensvertrag geschlossen und König Louis wurde gestattet, das Land mit seinen restlichen Truppen zu verlassen.9

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Die Schlacht von Lincoln, Illustration aus dem 13. Jhd.

Das Ende

William Marshal starb 1219, nur zwei Jahre nach der Schlacht von Lincoln, in Caversham Manor. Zuvor löste er ein Versprechen ein, dass er bereits 1180 gegeben hatte: Er trat dem Templerorden bei. Sein Freund und der Templermeister von England, Aimery von St. Maur, führte die notwendigen Riten durch. Nach seinem Tod wurde sein Körper zur Reading Abbey gebracht, wo eine erste Messe abgehalten wurde. Am 18. Mai wurde er in einer feierlichen Prozession in London zur Westminster Abbey überführt. Seine letzte Ruhe fand er schließlich am 20. Mai 1219 in der Temple Church in London. Seine Frau Isabel starb nur ein Jahr später. Sie wurde nicht älter als 45 Jahre.10

Die Karriere von William Marshal war beispiellos. Die Bezeichnung als der „größte aller Ritter“ bezieht sich dabei nicht nur auf seine Taten im Kampf, sondern auch auf seine Erfolge im politischen und materiellen Bereich. Seine Körpergröße, Kraft, Mut und sehr stabile Konstitution machten ihn zu einem geborenen Kämpfer in einer Zeit, in der dem bewaffneten Kampf eine große Bedeutung zukam. Seine Intelligenz und sein Verständnis für politische Zusammenhänge ermöglichtem ihm, auch auf der politischen Bühne eine erfolgreiche Rolle zu spielen. Er stand stets fest an der Seite derjenigen, denen er Treue und Freundschaft geschworen hatte. Eine Tatsache, die selbst von seinen Feinden respektiert wurde. Er besaß damit eine Kombination aus Eigenschaften, die so bei kaum einem anderen Menschen seiner Zeit vorhanden waren. Dazu kam, dass ihm bei mehreren Gelegenheiten das Glück unter die Arme griff. So kam es, dass ihn bereits seine Zeitgenossen als den größten aller Ritter in Erinnerung behielten.

Literatur:

Asbridge, Thomas: The Greatest Knight. The Remarkable Life of William Marshal, the Power behind five English Thrones. London, 2015.

1Vgl. Asbridge, Thomas (2015). S. 24-28.

2Vgl. Ebd. S. 54-58.

3Vgl. Ebd. S. 69.

4Vgl. Ebd. S. 63-69.

5Eben der Guy von Lusignan, der König von Jerusalem werden sollte und von Sultan Saladin in der Schlacht von Hattin besiegt wurde.

6Vgl. Ebd. S. 82-84.

7Vgl. Ebd. S. 384-385.

8Vgl. Ebd. S. 198-204.

9Vgl. Ebd. S. 353-361.

10Vgl. Ebd. S. 373-375.

800 Jahre Magna Carta – Jubiläum einer legendären Urkunde

Die Geschichte von Robin Hood gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Geschichten aus der Zeit des Mittelalters. Ein Gesetzloser wider Willen, der mit Pfeil und Bogen gegen die Tyrannei König Johanns und die Willkürherrschaft des Sheriffs von Nottingham kämpft und für die Gleichheit der Menschen vor Gericht und eine gerechtere Verteilung der Reichtümer eintritt. Wie viele Sagen besitzt auch diese populäre Geschichte einen wahren Kern. Im England des 12. und 13. Jahrhunderts herrschten lange Zeit Zustände, die ein selbstbestimmtes Leben in Frieden beinahe unmöglich machten. Krieg und Willkür waren im England an der Tagesordnung. Niemand konnte sicher sein, sein Leben, seinen Besitz oder gar seine Angehörigen und Freunde vor dem mächtigen Arm eines Königs schützen zu können, dem es vor allem um Geld und Macht ging.

Am 15. Juni 1215 trat mit der Magna Carta in England ein Dokument in Kraft, dass auch 800 Jahre später noch große Beachtung findet. Weltweit wird sie immer wieder im Zusammenhang mit Bürgerrechten und dem Schutz vor Tyrannei zitiert. Kein Wunder, dass auch Hollywood diese Urkunde für sich entdeckt hat.. Auch die Verbindung mit der westlichen Demokratie findet sich immer wieder. Wie sie zustande kam, wie der Inhalt aussieht und inwiefern sie wirklich ein Dokument der Freiheit und Demokratie darstellt, soll in diesem Artikel näher beleuchtet werden.

Das Haus Anjou

Die Carta entstammt einer Zeit zahlreicher nationaler und internationaler Konflikte. In England war seit 1154 das Haus Anjou an der Macht. Heinrich II. war der Herrscher eines Reiches, das nicht nur England, sondern auch große Teile Frankreichs umfasste. Doch schon bald kam es zu Konflikten innerhalb dieser Herrschaft. Zum einen führte der König Krieg gegen seinen ehemaligen Kanzler und den Erzbischof von Canterbury, Thomas Becket. Es ging vor allem um die geplante Einschränkung kirchlicher Privilegien. Becket wurde 1170 im Namen Heinrichs in seiner Kathedrale von Rittern des Königs ermordet. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der dem Image des Königs nicht zuträglich war. Zu allem Überfluss musste sich Heinrich mit Rebellionen seiner Söhne sowie seiner Frau Eleonore von Aquitanien auseinandersetzen. Am 4. Juli 1189 musste er kapitulieren und seinen Sohn Richard als Alleinerben einsetzen. Zwei Tage später starb Heinrich II. in Chinon.1

Richard I. Löwenherz, Darstellung aus dem 12. Jahrhundert.

Richard I. Löwenherz, Darstellung aus dem 12. Jahrhundert.

Richard I. Löwenherz ist einer der bekanntesten englischen Könige – und einer der am meisten verehrten. Noch heute steht sein Reiterstandbild vor dem britischen Parlament. Dies ist erstaunlich, da sich Löwenherz kaum in England aufhielt. Das Land war für ihn vor allem Mittel zur Finanzierung seines Kreuzzugs in Heilige Land (1190-1192). Als Richard auf dem Rückweg von Leopold von Österreich gefangen genommen und an den deutschen Kaiser Heinrich VI. ausgeliefert worden war, betrug das Lösegeld 100.000 Pfund. Dieses musste durch die Erhebung einer Sondersteuer aufgebracht werden.

Nach einem kurzen Aufenthalt in England zog es Löwenherz daraufhin nach Frankreich, wo er gegen den französischen König Philipp Augustus zu Felde zog. Während der Belagerung der Burg Chalus wurde Richard von einem Armbrustbolzen getroffen und starb am 6. April an einer Wundinfektion.2 Sein jüngerer Bruder Johann Ohneland war nun der einzig verbliebene Sohn von Heinrich II. und Eleonore von Aquitanien. Er begab sich 1206 mit einem Heer nach Frankreich, um die durch König Philipp eroberten Gebiete zurückzuerobern. Nach seiner Niederlage bei La Roche-aux-Moines musste Johann allerdings aufgeben und nach England zurückkehren. Die Ländereien auf dem Kontinent waren nun beinahe vollständig verloren. In seiner Heimat kam es bald zu einem Aufstand der Barone, ausgelöst durch eine als zu hoch angesehene Besteuerung und Eingriffe in die Machtbereiche der lokalen Herrscher. Auch mit der Kirche hatte sich Johann überworfen, war zeitweise sogar exkommuniziert – bis er sich letztlich in ein Lehnsverhältnis zu Papst Innozenz III. begab, um dessen Unterstützung zu erhalten. Nach langen und verlustreichen Kämpfen wurde am 15. Juni 1215 bei Runnymede ein Dokument aufgesetzt, dass Geschichte schreiben sollte.3

König Johann auf der Hirschjagd.

König Johann auf der Hirschjagd.

Magna Carta – die wichtigsten Inhalte

Die Magna Carta von 1215 (London, British Library, Cotton MS. Augustus II. 106).

Die Magna Carta von 1215 (London, British Library, Cotton MS. Augustus II. 106).

Die Carta besteht insgesamt aus 63 Abschnitten. Bereits im ersten wird sichtbar, dass Stephen Langton, der Erzbischof von Canterbury, maßgeblich an der Carta beteiligt war: Die Garantie der Freiheit der Kirche findet sich gleich zu Beginn der Urkunde. Besonders hervorgehoben wird, dass sich niemand in die Wahlen innerhalb der Kirche einmischen darf. Die nächsten Abschnitte beschäftigen sich mit den Erbschaftssteuern und den Regelungen die Vererbung von Land betreffend. Diese waren immer wieder Anlass für Auseinandersetzungen, da der König Erbschaften willkürlich besteuert hatte. Nun wurden genaue Grenzen festgelegt. Wenn der Erbe noch minderjährig war und einen Vormund besaß, sollte er zum Zeitpunkt der Volljährigkeit sein Erbe ohne Zahlungen an die Krone antreten dürfen. Besagter Vormund sollte außerdem dem zu vererbenden Land nicht mehr entziehen, als „vernünftig“ war. Auf diese Art sollte verhindert werden, dass ein Vormund einen Herrschaftsbereich ausbluten ließ, um sich selbst zu bereichern. Auch sollten Minderjährige nicht ohne das Wissen ihrer noch lebenden Verwandten verheiratet werden.

Auch die Problematik der Witwen wird behandelt. Nach dem Tod des Mannes sollte die Frau sowohl ihre Mitgift als auch ihr Erbe unverzüglich erhalten und nicht gegen ihren Willen neu verheiratet werden. Dieser Absatz richtete sich deutlich gegen die bisherige Willkür im Umgang mit Frauen, die ihre Männer im Krieg verloren hatten, plötzlich mittellos in Abhängigkeiten gerieten und so zum Spielball machthungriger Lords wurden.

Auch der Umgang mit Schuldnern hatte immer wieder zu Auseinandersetzungen geführt. Ehemals einflussreiche Familien waren verarmt und hatten ihre Ländereien verloren. So konnte der König Schulden der Krone gegenüber nach belieben als Druckmittel einsetzen. Das sollte nun eingeschränkt werden. So durfte seitens der Krone nicht einfach Land konfisziert werden, so lange das darauf befindliche Vieh zur Tilgung der Schulden ausreichte. Konnte der Schuldner tatsächlich nicht zahlen, mussten zunächst die Bürgen einspringen. Diese durften ihrerseits das Land so lange beschlagnahmen, bis sie ihr Geld vom Schuldner zurück erhalten hatten.

Schulden entstanden im England des 13. Jahrhunderts vor allem durch die hohe Besteuerung durch die Krone. Es verwundert daher nicht, dass die Barone auf Einschränkungen drängten. „Nullum scutagium vel auxiliium ponatur in regno nostro, nisi per commune consilium regni nostri“ – Keine Abgaben sollen erhoben werden ohne einen gemeinsamen Beschluss aller Mächtigen des Reiches. Ausnahmen sollte es nur für einen eventuell notwendig werdenden Freikauf des Königs aus Gefangenschaft geben sowie für den Ritterschlag des erstgeborenen Sohnes und die Hochzeit der erstgeborenen Tochter.

Auch der Einfluss der Händler Londons ist in der Carta sichtbar. So sollen Händler das gesamte Land sicher bereisen können, ohne übermäßig hohe Gebühren zahlen zu müssen. Dies sollte auch für Kriegszeiten gelten. Die Barone und Städte sollten zudem wieder Nutzungsrechte für Wälder und Gewässer erhalten.

Neben den Steuern und dem Handel war es vor allem die Rechtsprechung, die für Konflikte sorgte. In diesem Segment ist es vor allem ein Abschnitt der heraus sticht und ein wichtiger Grund für die spätere Berühmtheit der Carta werden sollte: Kein Mensch soll verhaftet, eingesperrt, für vogelfrei erklärt oder verbannt werden ohne dass ein Urteil seiner Standesgenossen in Übereinstimmung mit dem Gesetz über ihn gefällt worden ist. Auch sollte von nun an jede Anklage durch glaubwürdige Zeugen gestützt werden. In erster Linie ging es den Baronen ganz praktisch darum, der Willkür König Johanns und seiner Sheriffs einen Riegel vorzuschieben. Dazu zählte auch, dass die Dienstmänner des Königs nicht einfach Vieh und/oder Getreide konfiszieren durften, ohne dafür zu bezahlen. Ähnliches gilt für die willkürliche Nutzung von Transportmitteln, die sich nicht in ihrem Besitz befanden. Dies zeigt deutlich das Ausmaß an Willkür, das damals herrschte.

Es überrascht nicht, dass es den Baronen zusätzlich um Sicherheiten ging. Sie konnten sich keinesfalls sicher sein, dass der König oder seine Nachfolger die Carta wirklich beachten würden. Es wurden 25 Barone bestimmt, die über die Einhaltung der Bestimmungen wachen sollten. Ihnen wurde sogar das Recht eingeräumt, im Notfall gewaltsam gegen den König vorzugehen sowie Ländereien und Burgen einzunehmen.4 Dieser Passus wurde allerdings bereits in den neueren Ausgaben von 1216 und 1217 wieder gestrichen.5 Kein Wunder, legitimierten sie doch unter gewissen Umständen einen Bürgerkrieg und einen Aufstand gegen den König.

Fortführung und Ende des Bürgerkrieges

König Johann hatte sich mit der Kirche in der Vergangenheit zwar heftige Auseinandersetzungen geliefert, sich aber schließlich mit Papst Innozenz III. versöhnt und der Kirche sogar das Königreich England als Lehen übertragen. Johann bat den Papst nun, die Magna Carta für ungültig zu erklären. Eine Bitte, die der Papst unverzüglich nachkam. Er erklärte außerdem die Barone für Verräter und exkommunizierte einige von ihnen. Dieses Schicksal erwartete auch sämtliche Bürger Londons, die maßgeblich am Widerstand und der Verfassung der Magna Carta beteiligt waren. Der Bürgerkrieg tobte danach weiter. Selbst ausländische Machthaber versuchten, die Situation auszunutzen und ihrerseits König von England zu werden – allen voran die Könige von Frankreich und Schottland, die von englischen Baronen um Beistand ersucht worden waren. Die Waliser nutzten die Gelegenheit zu einem Aufstand. Johann bekämpfte seine Gegner zwar erfolgreich, starb aber am 18. Oktober 1216 am Dysenterie. Nachfolger wurde sein neunjähriger Sohn Heinrich III. Kurz nach seiner Krönung am 28. Oktober 1216 wurde die Magna Carta neu aufgesetzt sowie jedem aufständischen Baron Vergebung zugesichert, der sich dem neuen König anschloss. Am 20. Mai 1217 vernichtete eine englische Armee unter William Marshal Rebellen und französische Truppen bei Lincoln. Im August des selben Jahres wurde die französische Flotte in der Schlacht von Sandwich zerstört. Die Franzosen verließen schließlich gegen Zahlung einer Summe von 10.000 Mark England und der Frieden konnte wiederhergestellt werden.6

Papst Innozenz III. - Lehnsherr König Johanns und Gegner der Magna Carta.

Papst Innozenz III. – Lehnsherr König Johanns und Gegner der Magna Carta.

Die Bedeutung der Magna Carta für die Nachwelt

Was als Friedensvertrag begann, wurde nach Johanns Tod zu einer symbolischen Vereinbarung zwischen dem König und seinen Untertanen. Mit dem Wegfall der Kontrollfunktion der 25 Barone erlangte das Herrscherhaus nicht nur seine volle Souveränität zurück, es wurde auch die Gefahr eines neuerlichen Bürgerkrieges deutlich reduziert. Im Gegenzug wurde die Carta insbesondere in Krisenzeiten neu ausgestellt, um den guten Willen des Königs und seine Verbindung zum Volk zu symbolisieren. Tatsächlich in Gebrauch bleiben sollte das Dokument bis ins späte 15. Jahrhundert. Danach war es vor allem ein Symbol, dass bei Auseinandersetzungen zwischen König und Volk immer wieder wichtig wurde. Es stellte im Grunde einen Vertrag da. Der König erklärte sich damit einverstanden, bestimmte Grundsätze und Freiheiten zu achten und zu respektieren – wenn ihm das Volk ihm Gefolgschaft leistete und seine Steuern zahlte. Auch international fand und findet sie immer wieder große Beachtung, so beispielsweise im Rahmen der Unabhängigkeitsbestrebung der Vereinigten Staaten von Amerika im späten 18. Jahrhundert. Heutzutage wird die Magna Carta meist mit Freiheitsstreben, dem Kampf gegen Tyrannei und den Einsatz für demokratische Prozesse verbunden.7

Das Siegel des US-amerikanischen Bundesstaats Massachusetts 1775 - inklusive der Carta.

Das Siegel des US-amerikanischen Bundesstaats Massachusetts 1775.

Dabei war die Carta zu keiner Zeit ein Dokument, deren Verfasser sich jemals für eine Form der Demokratie ausgesprochen hätten. Diese Idee war zur Zeit ihrer Entstehung nicht einmal bekannt. Zudem hätten sich die Barone und Kleriker niemals für eine Demokratisierung ausgesprochen, hätten sie so doch so ihre eigene Machtgrundlage in Frage gestellt. Damals ging es vor allem um die Machtkämpfe innerhalb des Adels, der sich nicht von einem König über alle Maßen gängeln oder gar ruinieren lassen wollte. Sicherlich trafen die hohen Besteuerungen seit Heinrich II. das gesamte Volk, aber der mit Abstand größte Teil der Carta beschäftigt sich eindeutig mit Regelungen, die konkret den Adel und seine Lebensweise betreffen. Ihre Wirkung in den nachfolgenden Jahrhunderten war vor allem symbolischer und vorbildhafter Natur, ein Zeichen für die Hoffnungen der Menschen auf Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit. Sie ist aber auch ein Vertrag zwischen König und Volk, der die Grundlage bilden sollte für unser modernes Gesellschaftsverständnis. Kein Wunder also, dass die Magna Carta die Menschen auch nach 800 Jahren noch bewegt und fasziniert.

1Vgl. Aurell (2009). S. 76-77.

2Vgl. Ebd. S. 79-80.

3Vgl. Ebd. S. 81.

4Vgl. Ebd. S. 120-145.

5Vgl. Ebd. S. 103.

6Vgl. Ebd. S. 93-104.

7Vgl. Ebd. S. 101-116.

Literatur:

Aurell, Martin: Die ersten Könige aus dem Hause Anjou (1154-1216). In: Vollrath, Hanna; Fryde, Natalie (Hrsg.): Die englischen Könige im Mittelalter. Von Wilhelm dem Eroberer bis Richard III. 2., durchgesehene Auflage 2009. München, 2004.

Jones, Dan: Magna Carta. The Making and Legacy of the Great Charter. London, 2014.

Die Schlacht von Azincourt 1415

Als sich an einem feuchten Spätherbstmorgen des 25. Oktobers im Jahr 1415 zwei zu allem entschlossene Armeen nahe des kleinen französischen Örtchens Azincourt sammelten und formierten, bestand an dem Ausgang der bevorstehenden Schlacht kaum ein Zweifel. Auf der einen Seite standen die von langen Märschen und schlechter Ernährung geschwächten sowie an Dysenterie erkrankten Soldaten des englischen Königs Heinrich V. Ihnen gegenüber, nur einen schlammigen Acker entfernt, die Crème de la Crème des französischen Adels, bestens ausgerüstet und ernährt. Am Ende des Tages sollte der schlammige Boden mit dem Blut vieler Männer getränkt sein. Wie es dazu kam und wer schließlich den Sieg davontrug, soll in diesem Artikel beschrieben werden.

Zum Zeitpunkt der Schlacht von Azincourt tobte der Krieg schon 78 Jahre. Die englischen Könige hatten seit Wilhelm dem Eroberer, der England 1066 erobert hatte, auch Herrschaftsrechte in Frankreich und Lehensverpflichtungen dem König von Frankreich gegenüber. Der Ausgangspunkt für den Krieg war ein Streit um die französische Thronfolge. Nach dem Tod von Karl IV. erhob neben Philipp VI. auch Eduard III. Anspruch auf den Thron Frankreichs. Dies sollte zu einem Konflikt führen, der unzähligen Menschen das Leben kosten sollte, ohne das eine Seite eine wirkliche Entscheidung herbeiführen konnte.

Portrait Heinrichs V.

Portrait Heinrichs V.

Heinrich V. folgte in seiner Politik den Ansprüchen, die bereits seine Vorgänger formuliert hatten. Die englischen Farben waren zu dieser Zeit sogar eine Mischung aus der englischen wie der französischen Flagge. Nachdem eine politische Lösung, nämlich die Hochzeit mit der Tochter Karls VI., gescheitert war, bereitete Heinrich einen Feldzug vor. Bei der Rekrutierung seiner Armee konnte er auf das sogenannte Indenture-System zurückgreifen. Einzelne Befehlshaber samt ihrer Soldaten wurden auf der Basis eines Vertrages gegen Sold in den Dienst des Königs genommen.[1] Die Zusammensetzung der Armee ist interessant: Das Verhältnis von Men-at-Arms zu Langbogenschützen betrug laut den Musterungslisten 3:1.[2] Insgesamt brach Heinrich mit 11.248 Soldaten, Gewöhnlichen wie Adligen, nach Frankreich auf.[3]

Nach seiner Ankunft belagerte das Heer zunächst die Hafenstadt Harfleur. Es gelang den Engländern zwar, die Stadt einzunehmen, allerdings waren die Verluste enorm. Erschwerend kam hinzu, dass sich viele der Soldaten bereits zu diesem Zeitpunkt mit Dysenterie angesteckt hatten. Aufgrund der Verluste, der Krankheiten und schlechten Versorgung konnte es Heinrich V. nicht auf eine direkte Konfrontation mit der französischen Armee ankommen lassen. Stattdessen wollte er sich in das englische Calais durchschlagen. Die Franzosen waren ihm dabei ständig auf den Fersen. Schließlich verstellten sie ihm den direkten Weg nach Calais. Eine Umkehr war zu diesem Zeitpunkt ausgeschlossen. Das Heer war in 12 Tagen bereits mehr als 200 Meilen weit marschiert. 9.225 Männer waren noch einigermaßen kampffähig. Die Franzosen dagegen stellten sich mit ca. 12.000 Mann zum Kampf.[4]

Die französischen Adligen waren sehr zuversichtlich, die geschwächten Soldaten der Engländer leicht schlagen zu können. Auf der anderen Seite waren sich diese ihrer misslichen Lage durchaus bewusst. Sie wussten aber auch, dass ihnen keine andere Wahl blieb, als sich nach Calais durchzuschlagen. Die Adligen konnten vielleicht hoffen, irgendwann gegen Lösegeld freizukommen. Für die einfachen Soldaten würde eine Niederlage aber mit Sicherheit Folter und Tod bedeuten.

Das Schlachtfeld war übersichtlich. Es handelte sich lediglich um den bereits erwähnten, vom nächtlichen Regen durchnässten Acker, der auf beiden Seiten von Bäumen und Unterholz begrenzt wurde. Die englischen Men-at-Arms und Ritter formierten sich zu drei Blöcken. Die Langbogenschützen waren zum Teil zwischen den Nahkämpfern postiert. Die meisten von ihnen befanden sich aber an den Flanken, am Waldrand. Um sich vor Reiterangriffen zu schützen, hatten die Soldaten angespitzte Pfähle vor sich in den Boden getrieben.  Vor dem Beginn der Schlacht wurden insgesamt drei Messen abgehalten, um Gottes Unterstützung und die der Heiligen St. Georg sowie St. Crispian und St. Crispinian zu erhalten.[5]

Das französische Heer wurde nicht von Karl VI. befehligt. Der König litt seit 1392 unter einem geistigen Leiden, das ihn in unregelmäßigen Abständen den Verstand verlieren ließ.[6] Stattdessen wurde das Kommando vom  Connétable von Frankreich, Charles I. d’Albret und dem Marschall von Frankreich, Jean II. Le Maingre, übernommen. Die Franzosen verfügten zwar über einige Armbrustschützen, allerdings wurden diese hinter den eigenen Schlachtreihen postiert. So war es ihnen praktisch kaum möglich, effektiv in den Kampf einzugreifen. Im Zentrum befanden sich abgesessene Ritter, die in mehreren Reihen vorrücken sollten. Die hochrangigsten Adligen befanden sich in der ersten Schlachtreihe. An den Flanken stellten sich je 500 schwere Reiter auf, die die Bogenschützen der Engländer niedermachen sollten.

Heinrich V. in der Schlacht; Gemälde von 1915

Heinrich V. in der Schlacht; Gemälde von 1915

Der Schlachtverlauf ist in den Quellen von Augenzeugen gut dokumentiert. Eröffnet wurde die Schlacht von den Langbogenschützen. Es folgte der Angriff der französischen Reiter. Dieser führte allerdings nicht zum Erfolg. Sie gerieten zunächst in den Pfeilhagel der Engländer. Insbesondere die Pferde waren hierfür verwundbar. In der dichten Formation war es unmöglich, stürzenden Reitern auszuweichen. Diejenigen, die die Reihen der Bogenschützen erreichten, wurden von den Pfählen aufgehalten und von den durchaus zum Nahkampf fähigen Schützen niedergemacht. Die in der Mitte marschierenden Truppen der Franzosen gerieten nun ins Kreuzfeuer. Von allen Seiten prasselte der Pfeilhagel auf die Kämpfer ein. Die Adligen waren zwar mit den besten Rüstungen ihrer Zeit ausgestattet, aber auch diese boten nur einen begrenzten Schutz. Dazu kam, dass selbst ein abgewehrter Pfeil mit einer beachtlichen Wucht auf die Rüstung traf und diese auf den Körper übertrug. Zu allem Überfluss mussten die Franzosen durch beinahe kniehohen Schlamm waten und über die Gefallenen steigen. Am Ende dieses beschwerlichen Weges warteten die englischen Nahkämpfer. Nach dem ersten Aufprall und den daraus resultierenden Toten wurde der Kampf immer heftiger und schwieriger. Nach und nach fielen immer mehr Männer und bildeten ein zusätzliches Hindernis für die Angreifer. Nachdem die Langbogenschützen ihre Pfeile verschossen hatten, griffen sie zu ihren Schwertern, Hämmern und Äxten und griffen die Flanken der Franzosen an. Nach und nach wurde die zahlenmäßig überlegene französische Armee so in die Defensive gedrängt, bis sich die Kämpfer schließlich ergaben oder zur Flucht wandten. Im Schlachtverlauf wurden mehrere Gefangene gemacht. Einige von ihnen wurden getötet, nachdem der englische Tross von einigen Franzosen angegriffen wurde. Nach Aussage des englischen Chronisten hätte sonst die Gefahr bestanden, dass die Gefangenen wieder in den Kampf eingreifen.[7]

Das Ergebnis der Schlacht war für Frankreich katastrophal. Viele der einflussreichsten Adligen waren gefallen, darunter auch einer der Befehlshaber der Armee, Charles d’Albret. Heinrich V. stand der Weg nach Paris offen. Es ist anzunehmen, dass er aufgrund des schlechten Zustandes seiner Armee und der nicht vorhandenen Nachschubwege davon absah, eine Belagerung der Stadt zu riskieren. Stattdessen marschierte er mit seinen Truppen nach Calais und kehrte nach England zurück.

Die Schlacht von Azincourt ist ein gutes Beispiel dafür, dass nicht immer die Größe einer Armee über den Ausgang einer Schlacht entschied. Dieser Fakt war auch im Mittelalter durchaus bekannt. Dennoch verließen sich die Franzosen auf ihre Zahl. Es ist sicher nicht falsch, ihnen eine gewisse Überheblichkeit zuzuschreiben. Dieser Eindruck wird noch durch ihr ungestümes Vorgehen verstärkt, obwohl sie doch alle Trümpfe in der Hand hielten. Das adlige Selbstverständnis trug ebenfalls dazu bei, dass viele der wichtigsten Männer des Landes an diesem Tag den Tod fanden. Sie unterschätzten insbesondere die Langbogenschützen, die nicht dem Adelsstand angehörten. Diese aber waren Elitesoldaten, die es im Kampf durchaus mit ihnen aufnehmen konnten. Die Kombination aus englischen Adligen , die Seite an Seite mit den Schützen kämpften, führte schließlich zum Erfolg.

Für Heinrich war der Sieg ein dringend benötigter Erfolg, der propagandistisch entsprechend ausgenutzt wurde. Dies war zwingend notwendig. Der König musste den noch wackligen Herrschaftsanspruch der Familie Lancaster festigen. Sein eigentliches Ziel, die Herrschaft über Frankreich, konnte er nicht erreichen. Durch diesen so unwahrscheinlichen Sieg konnte Heinrich V. aber eindeutig belegen, dass Gott auf seiner Seite stand. Dass folgende Agincourt-Carol wurde eigens für den triumphalen Einzug des Königs in London geschrieben:

Agincourtcarol

[1] Vgl. Curry, Anne (1994). S. 41-42.

[2] Vgl. Ebd. S. 45.

[3] Vgl. Curry, Anne (2010). S. 76.

[4] Vgl. Ebd. S. 228-233.

[5] Vgl. Curry, Anne (2010). S. 236.

[6] Vgl. Müller, Heribert (1996). S. 303.

[7] Vgl. Gesta Henrici Quinti. Kapitel 12/13.

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Quelle:

Gesta Henrici Quinti. The Deeds of Henry the Fith. Über. Und Bearb. von Frank Taylor, John S. Roskell. (Oxford Medieval Texts). London, 1975.

Literatur:

Curry, Anne: Agincourt. A New History. The Mill (u.a.), 2010.

Curry, Anne: English Armies in the Fifteenth Century. In: Arms, Armies and Fortifications in the Hundred Years War. Woodbidge, 1994. S. 40-45.

Müller, Heribert: Karl VI. (1380-1422). In: Joachim Ehlers, Heribert Müller, Bernd Schneidmüller (Hrsg.):Die französischen Könige des Mittelalters. Von Odo bis Karl VIII. 888-1498. München, 1996. S. 303-320.

Die Schlacht von Hastings 1066 – Kampf um ein Königreich

Als die mittelalterlichen Königreiche Westeuropas das erste Mal in den Kontakt mit den Nordmännern kamen wird sich noch niemand hat vorstellen können, welch gewichtige Rollen ihre Anführer in der zukünftigen Politik spielen würden. Aus den Seeräubern wurden zunächst Armeen, von denen einige von den Königen des Frankenreichs angeworben wurden und denen zum Teil sogar Siedlungsgebiete zugesprochen wurden. Vermutlich 911 wurde Wikingern aus Dänemark und Norwegen das Gebiet der Normandie als Lehen zugesprochen. Ihren Namen erhielt dieser Landstrich von diesen Nordmännern, die sich größtenteils mit einheimischen Frauen vermählten.

Dänische Heere eroberten große Teile Englands und schufen dort eigene Reiche. Trotz andauerndem Abwehrkampf der Angelsachsen konnten die Dänen nicht mehr von der Insel vertrieben werden. 1013 führte der Dänenkönig Sven Gabelbart eine Invasion Englands an. Nach seinem Tod 1014 folgte ihm sein Sohn Knut nach. 1016 besiegte er den englischen König Edmund Ironside in der Schlacht von Assandun und ließ sich Weihnachten zum König krönen. Ein Jahr später heiratete er Emma von der Normandie, auf die der spätere Wilhelm der Eroberer seine Ansprüche auf den englischen Thron zurückführte. Knut starb 1035. Ihm folgten seine Söhne Harald und Hardiknut nach. Nach Hardiknuts Tod übernahm sein Stiefsohn Eduard der Bekenner die Krone. Dieser sollte bis zu seinem Tod 1066 König bleiben.

Auf seinem Totenbett soll Eduard Harold Godwinson zu seinem Nachfolger bestimmt waren. Wenig später wurde dieser vom Witan[1] in dieser Rolle bestätigt. Wilhelm der Eroberer ließ auf dem Teppich von Bayeux darstellen, dass Harold ihm zuvor den Eid geschworen habe, ihm im Streben nach dem englischen Thron zu unterstützen. Ob dies tatsächlich und vollständig freiwillig geschah, ist allerdings nicht nachzuweisen. Immerhin war Harold nach einem Schiffbruch kurzzeitig in die Gefangenschaft des normannischen Adligen Guy de Ponthieu geraten, aus der er von Wilhelm befreit wurde. Zudem befand sich Harolds Bruder in normannischer Geiselhaft. Auf jeden Fall stellte dieser Eidbruch einen wichtigen Legitimationsgrund für das spätere militärische Vorgehen Wilhelms dar.

Harald II. auf dem englischen Thron

Harald II. auf dem englischen Thron

Nach Harolds Krönung zu Harald II. musste sich der Angelsachse gegen eine Armee unter dem norwegischen König Harald III. Hardråde erwehren, die in Nordengland mit 300 Schiffen anlandete. Diese konnte aber in der Schlacht bei Stamford Bridge am 25. September 1066 besiegt werden. Zeit zur Erholung blieb nicht. Schon kurz nach der Schlacht erhielt Harald II. die Nachricht, dass die normannische Armee unter Wilhelm in See gestochen war. Dieser hatte sich zuvor abgesichert, indem er sich der Unterstützung des Papstes Alexander II. versicherte. Sogar eine von diesem gesegnete Flagge führte er mit sich. Wilhelms Heer soll insgesamt ca. 5-6.000 Mann umfasst haben, von denen allerdings nicht alle aus der Normandie kamen. Auch Söldner aus der Bretagne, Flandern und anderen Fürstentümern verstärkten Wilhelms Truppen. [2] Harald II. konnte auf ca. 4.000 Krieger zurückgreifen, darunter die berüchtigten Huscarls. Dies waren in Kettenhemd und Helm kämpfende Elitekrieger, die lange Äxte und Schilde einsetzten. Der größte Teil des angelsächsischen Heeres wurde aber durch die Fyrd gebildet, einfache Bauern, die Wehrdienst leisteten. Pferde waren den Angelsachsen zwar bekannt, allerdings stiegen sie vor einer Schlacht ab und kämpften zu Fuß. Auch Wilhelm stützte sich auf Lehnsaufgebote. Allerdings konnte er auf adlige Reiterkrieger und Söldner zurückgreifen.

Der Verlauf der bewaffneten Auseinandersetzung wurde aus normannischer Sicht in drei wichtigen Quellen festgehalten: Dem „Carmen de Hastingae Proelio“ von Guy, Bischof von Amiens (1068); der „Gesta Guillelmi“ des Wilhelm von Poitiers (1071-77) und auf dem Teppich von Bayeux, der zwischen 1077 und 1082 auf Anordnung von Wilhelms Bruder Bischof Odo geschaffen wurde. Direkt nach der Landung des normannischen Heeres an der Küste Südenglands ließ Wilhelm ein Fort errichten, um den Landeplatz und die Schiffe zu schützen. Zudem ließ er umliegende Dörfer plündern, um Harald II. zum Handeln zu zwingen.[3] Die angelsächsische Armee bezog auf dem Senlac-Hügel Position und bildete einen Schildwall. Wilhelm ließ sein Heer am Fuß des Hügels in drei Abteilungen antreten. Er selbst befand sich in der Mitte der Formation, in Gesellschaft seiner normannischen Gefolgsleute.[4]

Battle_of_Hastings-battleplan

Eröffnet wurde die Schlacht durch normannische Bogen- und Armbrustschützen, die allerdings gegen den angelsächsischen Schildwall nicht viel ausrichten konnten. Auch der anschließende Reiterangriff wurde abgewehrt. Zunächst scheiterten zudem Versuche, die Angelsachsen durch vorgetäuschte Flucht zu einem Auflösen ihrer Formation zu bewegen.[5] Wilhelm von Poitiers beschreibt, dass diese Methode nach und nach allerdings zu Erfolgen geführt habe und der Schildwall so Lücken bekam.[6] Nach und nach wurde das Heer Haralds II. dezimiert, bis schließlich der König selbst durch einige normannische Reiter getötet wurde. Durch dieses dramatische Ereignis kippte die Stimmung in der angelsächsischen Armee, die sich schließlich auflöste und zur Flucht wandte.

Harald II. wird in der Schlacht getötet

Harald II. wird in der Schlacht getötet

Letzten Endes haben wir es den Schlachtverlauf betreffend nicht mit außergewöhnlichen stratgischen Winkelzügen zu tun. Der Schildwall der Angelsachsen wurde stets frontal angegriffen und konnte dementsprechend zunächst nicht überwunden werden. Die Angelsachsen machten keine Anstalten, ihre vorteilhafte Position auf dem Hügel aufzugeben. So war der Ausgang der Schlacht zu Beginn der Kampfhandlungen komplett offen. Entscheidend war, welche Seite ihre Disziplin am längsten aufrechterhalten konnte. Nicht zufällig waren die Huscarls zum großen Teil zwischen den kämpfenden Bauern positioniert. Beide Seiten waren sich außerdem darüber im Klaren, dass eine Niederlage schwerwiegende Folgen haben würde. Auch das normannische Heer war vor kritischen Momenten nicht gefeit. So konnte eine Flucht durch Wilhelms persönlichen Einsatz im letzten Moment verhindert werden. Er betont ausdrücklich, dass man England nur im Falle des Sieges lebend werde verlassen können.[7] Für Harald II. ging es mindestens um den Thron. Mit Gnade wird er nicht gerechnet haben. Am Ende löste sich der angelsächsische Schildwall mehr und mehr auf und es kam zu erbitterten Nahkämpfen, in die nun auch die normannischen Panzerreiter eingreifen konnten. Mit dem Tod Haralds II. war die Schlacht praktisch entschieden, ohne Anführer konnte die Armee nicht zusammen gehalten werden.

Wilhelm gibt sich seinen Truppen zu erkennen, um Gerüchte über seinen Tod zu zerstreuen

Wilhelm gibt sich seinen Truppen zu erkennen, um Gerüchte über seinen Tod zu zerstreuen (2. von links)

Am Ende des Tages war Wilhelm siegreich und viele Angelsachsen lagen tot auf dem Schlachtfeld. Der erste Schritt der Eroberung Englands war getan, viele sollten folgen. Der Eroberungszug würde noch einige Zeit dauern und viele weitere Menschenleben fordern, bis das Land unter normannischer Kontrolle war. Die Führungsschicht wurde nach und nach ausgetauscht und die einzelnen Gebiete durch den Bau von Burgen gesichert. Mit dem Domesday Book verschaffte Wilhelm I. England erstmals ein akkurates Grund- und Rechtsbuch, das die Grundlage bildete für ein effizientes Geld- und Steuerwesen auf der Insel. Auch wirkte es sich zentral auf die Rechtsprechung aus. Zudem wurden viele französische Vokabeln eingeführt, die sich auf die englische Sprache auswirken sollten. Wilhelm I. hatte zeitlebens mit Aufständen und Angriffen auf seinen Herrschaftsbereich zu kämpfen, unter anderem sogar mit Mitgliedern seiner Familie. Zudem musste er sich mit dem französischen König Philipp I. auseinandersetzen. Wilhelm starb am 09. September 1087 und wurde in Caen beigesetzt.

[1] Höchster Rat der Angelsachsen.

[2] Vgl. Plassmann, Alheydis (2008). S. 160-169.

[3] Vgl. Guy von Amiens. Z. 141-154.

[4] Vgl. Wilhelm von Poitiers. II, 16.

[5] Vgl. Guy von Amiens. Z. 414-447.

[6] Vgl. Wilhelm von Poitiers. II, 20.

[7] Vgl. Guy von Amiens. Z. 450-453.

Quellen:

Guy Bishop of Amiens. The Carmen De Hastingae Proelio. Bearb. V.H. Galbraith, R.A. Mynors, C.N.L. Brooke. London, 1972.

Wilhelm von Poitiers. Gesta Guilelmi. Bearb. und Übers. R.H.C. Davis, Marjorie Chibnall. Oxford, 1998.

Literatur:

Plassmann, Alheydis. Die Normannen. Erobern – Herrschen – Integrieren. Stuttgart, 2008.

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Die Fahrten der Wikinger im frühen Mittelalter in das Frankenreich und nach England – Raubzüge, Invasionen oder Entdeckungsfahrten?

Als 793 n.Chr. ein skandinavisches Langschiff vor der englischen Insel Lindisfarne scheinbar aus dem Nichts auftauchte und seine Mannschaft das dort errichtete Kloster plünderte sowie seine Mönche tötete oder versklavte war für die Menschen nicht absehbar, welches Ausmaß die weiteren Kontakte mit den Nordmännern noch annehmen sollte. Die Geschichte dieser Fahrten ist wohlbekannt. Die englischen Königreiche und das Frankenreich sollten die ersten Staatengebilde sein, die mit immer stärker werdenden Angriffen der Wikinger zu kämpfen hatten. Letzten Endes sollten ihre Langschiffe die Männer und Frauen aus dem hohen Norden bis weit nach Osten, Westen und Süden führen. Die Normandie, England, Sizilien, Byzanz, Kiew, Island, Irland, Grönland und sogar Neufundland – überall lassen sich Hinterlassenschaften der Wikinger finden. Doch um was ging es den Skandinaviern in erster Linie? Gold, Sklaven, Land oder das Entdecken neuer Handelswege – was war ihr Hauptmotiv für ihre durchaus riskanten Unternehmungen? Um diese Frage zu beantworten, soll in diesem Artikel der Schwerpunkt auf England und das Frankenreich gelegt werden. Beide Gebiete hatten besonders schwer unter den Einfällen der Wikinger zu leiden.

Interessanterweise war der Überfall auf das Kloster auf Lindisfarne nicht der erste Kontakt der Engländer mit den Wikingern. Laut den Chronisten des 9. Jahrhunderts erreichten drei Schiffe mit Nordleuten die Küste von Portland irgendwann zur Zeit des Königs Beorthric (786-802) als erstes England. Schon dieser Kontakt sei nicht friedlich verlaufen. Der ansässige Vogt habe mit ihnen handeln wollen, sie aber haben ihn getötet und die Siedlung geplündert.[1] Von diesen plündernden Verbänden sind der Forschung ca. 790 bekannt, die sich allerdings nicht alle in Richtung England aufmachten und unabhängig voneinander operierten. Sie konnten sich allerdings zweitweise zusammentun, um größere Ziele angreifen zu können.[2] Die Wikinger verbündeten sich bei Gelegenheit auch mit anderen Völkern und waren in der Lage, große Armeen ins Feld zu führen. So musste sich der westsächsische König Egbert 838 in der Schlacht bei Hingston Down in Cornwall einer Armee aus Wikingern und Kelten erwehren. Im Jahr 851 griff ein Verband aus 350 Schiffen erfolgreich Canterbury und London an.[3]

In den Jahren 865/66 überwinterte ein wohl noch größeres Wikingerheer in Ost-Anglia. Es setzte sich aus den Mitgliedern verschiedener Schiffsbesatzungen sowie mehreren Earls mit ihren Gefolgschaften zusammen. Dieses Heer hielt mehrere Jahre zusammen. Die Forschung geht von einer Größe von 2-3000 Mann aus. Auch die Anführer sind bekannt: Ivar der Knochenlose und Halfdan, beides Söhne des Ragnar Lodbrok. Nachdem sie eine Zeit lang durch England gezogen und Tribute erpresst hatten, eroberten sie 870 das komplette Ost-Anglia. In den eroberten Gebieten kam es bald zur Gründung von Siedlungen.[4]

Beispiel einer Wikingersiedlung

Beispiel einer Wikingersiedlung

Ernsthafte Gegenwehr erfolgte erst durch König Alfred von Wessex. Unter ihm gelang es englischen Truppen, die Dänen zurückzudrängen. Mit König Guttrom wurde die Grenzen zwischen den englischen Gebieten und dem Danelag offiziell festgelegt.[5] Damit war dem erneuten Auftauchen von Schiffen aus Skandinavien allerdings keineswegs ein Riegel vorgeschoben.[6] Noch im 10. und frühen 11. Jahrhundert kam es immer wieder zu Überfällen. 990/91 wurden Friedensverhandlungen mit der Normandie aufgenommen, von wo aus Normannen Plünderungen starteten. Noch im gleichen Jahr erschien eine riesige Wikingerflotte bei Folkstone, bestehend aus ca. 3.000 Mann auf 90 Schiffen. Dieses Heer blieb mehrere Jahre in England, besiegte eine englische Armee bei Malden und erzwang Tribut. 993 wurde Northumbria verwüstet, bis 1004 wurden immer wieder verschiedene Städte und Landesteile angegriffen. Erst die Hungersnot von 1005 sollte die Wikinger dazu bringen, nach Dänemark zurückzukehren. Doch bereits 1006 erreichte eine weitere Flotte die englischen Inseln, die man erst 1012 nach erheblichen Tributzahlungen wieder loswurde. [7] Ruhe hatten die gebeutelten Engländer damit immer noch nicht. 1013 begann der dänische König Sven Gabelbart mit einer Invasion. Tatsächlich gelang es ihm, König Aethelred ins Exil zu treiben. Gabelbart starb 1014, sein Sohn Knut folgte ihm nach. Aethelred gelang es zunächst, ihn zu vertreiben. Knut kehrte allerdings mit einer Flotte zurück und landete bei Sandwich. Nach dem Tod Aethelreds übernahm Edmund Ironside die Organisation der Verteidigung. Knut siegte letzten Endes und wurde als König anerkannt.[8]

König Alfred der Große

König Alfred der Große

Ungefähr zur selben Zeit wie England hatte auch das Frankenreich mit Wikingereinfällen zu kämpfen. Obwohl das Frankenreich keine Insel war, so war es dennoch zu einem nicht geringen Teil vom Meer umgeben. Zudem war es von gut schiffbaren Flüssen durchzogen. Perfekte Bedingungen für die Wikinger. Auf den ersten Blick mag es verwundern, dass ausgerechnet das so mächtige Frankenreich es lange Zeit nicht vermochte, die Krieger aus dem Norden in die Schranken zu weisen. Allerdings war nach dem Tod Königs Ludwig im Juni 840 der Kampf um seinen Thron entbrannt. Seine Söhne Karl der Kahle, Ludwig der Deutsche und Lothar sowie deren Neffe Pippin II. stritten um das Erbe. Lothar heuerte gar Wikinger an. Im Gegenzug für Siedlungsrecht sollten sie ihm im Kampf beistehen.[9]

Die Wikinger bemerkten schnell, dass das Frankenreich voller reicher, aber ungeschützter Stätten war. Quentowik, Rouen, das Kloster von Saint-Wandrille und Nantes wurden geplündert, zahlreiche Tribute und Lösegelder erpresst.[10] Die Raubzüge waren nicht alleine auf das Frankenreich beschränkt. 844 segelten die Wikinger weit nach Süden und griffen al-Andalus und Galicien an. Auch der marokkanische Kleinstaat Nakur wurde überfallen und die Frauen des dortigen Hofes als Geiseln genommen.[11]

Wikinger

Ähnlich wie in England begannen die Wikinger bald damit, in den Gebieten zu überwintern, in denen sie zuvor geplündert hatten. Es entstanden Stützpunkte, von denen aus weitere Raubzüge unternommen werden konnten. Wie bereits erwähnt nutzten sie die zahlreichen Wasserwege, um auch weit entfernte Ziele anzusteuern. Durch die Stützpunkte war es außerdem möglich, nach und nach größere Heere zusammenzuziehen und dementsprechend schwierigere Ziele anzugreifen. Die Belagerung von Paris 885/86 legt hiervon Zeugnis ab.

Im 10. Jahrhundert begann sich schließlich effektiver Widerstand zu organisieren. König Karl schaffte es zum einen, innerhalb des fränkischen Adels einen gemeinsamen Widerstand zu organisieren. Zum anderen warb er immer wieder Wikingerkontingente an und spielte einzelne Gruppen gegeneinander aus. Die Siedlungspolitik spielte hier eine weitere zentrale Rolle. Bedeutenden Anführern und ihrer Gefolgschaft wurden reizvolle Gebiete und Titel versprochen, wenn sie im Gegenzug die Sicherheit garantierten, nicht mehr plünderten, zum Christentum konvertierten und dem König der Franken die Treue schworen. Da das Plündern inzwischen sehr viel riskanter war als es zu Beginn der Wikingereinfälle gewesen war, gingen viele Anführer auf diese Angebote ein. So entstand beispielsweise die Normandie.[12] Hier hatten schon früher Normannen ihre Stützpunkte aufgeschlagen. Nun gliederte man sie in das Frankenreich ein und machte so Feinde zu Verbündeten und schließlich zu Vasallen.

Am Beispiel der englischen Königreiche und des Frankenreichs wird deutlich, dass die Wikinger zunächst von den leicht zu erobernden Reichtümern beider Gebiete angelockt wurden. Dazu zählten bei weitem nicht nur die Klöster und Kirchen. Auch die Gefangennahme bedeutender Personen oder deren Angehörigen konnte nicht unerhebliche Lösegelder bedeuten. Tribute, um Frieden zu erkaufen, konnten ebenfalls schnell und relativ leicht erpresst werden. Darüber hinaus stellte die Versklavung gefangener Feinde einen wichtigen Punkt dar. Diese Menschen wurden insbesondere in Skandinavien und schließlich im Osten Europas verkauft. Dementsprechend waren Siedlungsgebiete und Handelswege von großer Bedeutung.

Die Wikinger kamen aus Ländern, in denen es weder viele Rohstoffe noch große Flächen urbares Land gab. Gleichzeitig hatten sie Seefahrt und Kriegführung perfektioniert. Kombiniert mit harten Lebensbedingungen und einer Religion, die den Kampf und insbesondere den Tod darin als positiv darstellte, hatten es Franken und Engländer mit äußerst gefährlichen und skrupellosen Gegnern zu tun, die sich aber auch als Söldner anwerben ließen. Gleichzeitig waren die Wikinger gute Bauern und Händler, die auf der Suche nach neuem Land waren. Ihnen müssen die von ihnen durchquerten, fruchtbaren Landstriche paradiesisch erschienen sein. Aus diesem Grund waren sie sicherlich auch bereit, entsprechend verlockende Angebote der westlichen Herrscher anzunehmen.

Bezüglich der Religion scheint es von Seiten der Wikinger keine besonderen Vorurteile gegeben zu haben. Während die Christen sie als Strafe und Sendboten des Teufels wahrnahmen, waren sie vor allem erfreut über die relativ ungeschützten Kirchenschätze. Gleichzeitig griffen sie jüdische und islamische Gebiete an. Es ging ihnen ums Geld, nicht um religiöse Debatten oder gar Missionierung. Skrupel im Umgang mit Gläubigen und Geistlichen hatten sie dementsprechend nicht. Sie waren lediglich sichere Quellen des Reichtums.

Erst, nachdem die Menschen in den betroffenen Gebieten gelernt hatten sich gegen Überfälle und Angriffe koordiniert und gemeinsam zu verteidigen sowie reizvolle Ziele besser zu befestigen, wurden die Raubzüge nach und nach immer weniger rentabel und vor allem zu riskant. So ging das Wikingerzeitalter nach und nach seinem Ende entgegen. Die hohe Flexibilität und zahlreichen Fähigkeiten der Nordmänner und -frauen führte aber dazu, dass die Skandinavier weiterhin eine wichtige Rolle spielen sollten.

 

 

[1] Vgl. Keynes, Simon (2001). S. 60.

[2] Vgl. Ebd. S. 61.

[3] Vgl. Ebd. S. 62.

[4] Vgl. Ebd. S. 65.

[5] Vgl. Ebd. S. 66-67.

[6] Vgl. Ebd. S: 71.

[7] Vgl. Ebd. S. 83-85.

[8] Vgl. Ebd. S. 85-86.

[9] Vgl. Nelson, Janet L. S. 35.

[10] Vgl. Ebd. S. 36.

[11] Vgl. Ebd. S. 39.

[12] Vgl. End. S. 40-41.

Literatur:

Keynes, Simon. Die Wikinger in England (um 790-1016). In: Peter Sawyer (Hrsg.). Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes. 2. Auflage 2001. Stuttgart, 2000. S. 58-92.

Nelson, Janet L. Das Frankenreich. In: Peter Sawyer (Hrsg.). Die Wikinger. Geschichte und Kultur eines Seefahrervolkes. 2. Auflage 2001. Stuttgart, 2000. S. 29-57.

 

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