Ein eigener Teppich von Bayeux

Den Teppich von Bayeux ist eines der bekanntesten und eindrucksvollsten Kunstwerke des europäischen Mittelalters. Dargestellt sind die Ereignisse vor, während und nach der Schlacht von Hastings im Jahr 1066.

Wer sich immer schon ein eigenes Exemplar kreieren wollte, kann dies zumindest virtuell tun:

Bildwerkerey von Bayeux

Es handelt sich um eine kleine Flash-Anwendung, in der man sich eigene Bilder mit Motiven vom Teppich von Bayeux zusammenstellen kann. Wer sich mehrere Bilder gestaltet und diese dann per Bildbearbeitungsprogramm zusammenhängt, kann sich so relativ simpel einen eigenen „Teppich“ kreieren. Viel Spaß!

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CANTUS – Eine musikalische Datenbank des Mittelalters

Hinter CANTUS verbirgt sich eine Datenbank, in der Sie schnell und komfortabel nach Liedtexten des Mittelalters suchen können. Sie können einzelne Wörter, Zeilenfragmente oder auch Sätze eingeben. Die Seite an sich ist zwar auf Englisch, da die Texte der Kirchenlieder des Mittelalters aber in Latein geschrieben wurden, spielt dies keine besonders große Rolle. Auf diese Weise können Sie sehr schnell herausfinden, zu welchem Lied ein Abschnitt bzw. ein Wort gehört, welche Lieder zu welchen Festen gesungen wurden und welche Ordnungen es für die einzelnen Feste gab.

Bei der Suche können Sie auf mehrere Werkzeuge zurückgreifen. Sie können sich eine Gesamtliste aller gespeicherten Quellen anzeigen lassen, die Ergebnisse nach den verschiedenen Festen des Mittelalters filtern, eine Liste der Lieder anzeigen lassen oder ganz einfach den gesuchten Begriff in die Suchleiste eingeben.

Besonders interessant ist das Analysetool. Hiermit ist es möglich, in einem bestimmten Manuskript ein bestimmtes liturgisches Fest auszuwählen und die Auswahl und Ordnung der vorkommenden Lieder mit anderen in der Datenbank gespeicherten Datensätze zu vergleichen. Ähnlichkeiten werden daraufhin angezeigt.

Die Datenbank verbirgt sich hinter folgendem Link:

http://cantusdatabase.org/about

 

Der Klosterplan von St. Gallen – ein Ideal wird Wirklichkeit

Der Klosterplan von St. Gallen ist der Plan des idealen Klosters. Entstanden ist er zur Zeit des Frühmittelalter (im 9. Jahrhundert) im Kloster Reichenau. Seinen heutigen Namen hat er erhalten, weil er in der Klosterbibliothek St. Gallen aufbewahrt wird. Der Plan beschreibt dabei aber nur die ideale Form. Es ist genau zu erkennen, wo welche Gebäude stehen sollen und welche Zwecke sie zu erfüllen haben.

Im Zentrum befindet sich die Klosterkirche mit den daran anschließenden Klostergebäuden, die rund um den Kreuzgang angeordnet sind. Dazu zählen Scriptorium, Sakristei, Refektorium, Kellarium und Dormitorium. Hier sollten die Mönche arbeiten, essen und schlafen. Die Novizen sollten nicht direkt mit den Mönchen zusammenwohnen. Aus diesem Grund war für sie ein eigener Komplex inklusive einer eigenen Kapelle vorgesehen. All dies befindet sich nahe dem Chor der Klosterkirche, die wie bei Kirchen üblich mit dem Chor in Richtung Osten (Richtung Jerusalem) ausgerichtet ist. Auch für durchreisende Mönche sowie für Gäste des Abtes samt deren Begleitung sollte es gesonderte Häuser geben. Die Idee dahinter war, dass sie so das streng geregelte Klosterleben nicht stören konnten. Für den Abt war eine eigene Pfalz inklusive eigener Küche vorgesehen, in der er auch hochrangige Gäste empfangen können sollte. Da die Bildung eine zentrale Rolle für die Mönchsorden spielte, ist in diesem Klosterplan auch eine eigene Schule vorhanden.

Das Kloster sollte auch über ein eigenes Krankenhaus verfügen, in dem ebenfalls eine Kapelle eingerichtet werden sollte. Nur auf die heilende Kraft von Gebeten und Aderlass vertraute man hier aber wohl nicht, es sollte einen speziellen Garten für Arzneikräuter geben. Diese Gärten finden sich in vielen Klosteranlagen, die Verwendung von Heilkräutern war wohl übliche Praxis. Da die meisten Klöster autarke Einheiten bildeten, fehlen auf dem Klosterplan von St. Gallen nicht die für die Verarbeitung der aus den Gärten, Wäldern und von den Feldern gewonnen Erzeugnisse. Es sind Kornspeicher, Mühlen, Bäckereien (davon eine speziell für das Backen der Hostien), Brauereien und verschiedene Werkstätten eingezeichnet. Zudem sind Ställe für Kühe, Ziegen, Geflügel, Pferde und Schweine zu erkennen. Alles in allem schätzt man, dass in diesem Kloster ca. 100 Mönche und noch einmal doppelt so viele Arbeiter hätten leben können. Insgesamt gibt es 50 Gebäude. So hätte es aussehen können:

Aus diesem Ideal soll nun Wirklichkeit werden. Ca. 1194 Jahre nach seiner mutmaßlichen Entstehung soll der St. Galler Klosterplan in die Wirklichkeit umgesetzt werden, und zwar in der Nähe der Stadt Meßkirch in Baden-Württemberg.  Bert M. Geurten hat den Verein „karolingische klosterstadt e.V.“ gegründet und möchte das Kloster streng mit mittelalterlichen Baumethoden aus einem Waldstück heraus entstehen lassen. Das bedeutet auch, dass sämtliche Baumaterialien vor Ort gewonnen werden, auch nach den Methoden der damaligen Zeit. Dies ist besonders insofern interessant, als dass die Klöster damals immer in sehr unwirtlichen Gegenden entstanden und diese durch die Mönche erst urbar gemacht werden mussten. Darüber hinaus ist zu erwarten, dass weitere Kenntnisse über die Baumethoden des Mittelalters gewonnen werden können. Der Verein folgt damit einem Trend, den man auch sehr schön beim Bau der Burg Guidelon in Frankreich beobachten kann. Allerdings ist dieses Projekt ungleich größer und deswegen so wichtig, weil ein komplettes Kloster in der Form heute nicht mehr existiert und in dieser idealen Form auch im Mittelalter nicht vorhanden war. Die Baustelle kann ab dem Frühjahr 2013 besichtigt werden.

Bildquellen:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Codex_Sangallensis_1092_recto.jpg&filetimestamp=20090716000744 (25.11.2012)

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Rahn_Kloster_Sanct_Gallen_nach_Lasius.jpg&filetimestamp=20090301125729 (25.11.2012)

Links:

Die Klosterstadt.

Auf Facebook.

In eigener Sache: „Das Mittelalter – Der Blog“ ist eine nicht-kommerzielle Seite, die ich in meiner Freizeit betreibe. Die Seite wird auch zukünftig trotz eines hohen Aufwandes kostenlos bleiben. Ich würde mich daher wirklich sehr über eine kleine Aufmerksamkeit freuen.#

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Mittelalterlicher BH gefunden

Die Universität Innsbruck berichtete Mitte dieses Jahres über den Fund eines BHs aus dem 15. Jahrhundert. Das Alter des Kleidungsstückes sei durch die Kohlenstoff-14-Methode klar datiert worden. Bisher sei man davon ausgegangen, dass BHs erst ab dem 19. Jahrhundert getragen wurden. Bisher konnten diese Kleidungsstücke laut der Uni Innsbruck lediglich in schriftlichen Quellen nachgeweisen werden.

Bericht der Universität Innsbruck

Wie ich finde ein schönes Beispiel für die hohe Kultur des „Dunklen Zeitalters“.

Wikinger-Außenposten in Kanada entdeckt

Archäologen sind seit einiger Zeit dabei, auf den Baffin-Inseln Augrabungen durchzuführen. Dabei sind sie auf die Überreste eines Wikingeraußenpostens gestoßen:

Artikel der National Geographic

Grundsätzlich keine allzu große Überraschung, da spätestens seit der Entdeckung der Wikingersiedlung in Neufundland bewiesen ist, dass die Wikinger von Island und Grönland aus bis nach Nordamerika segelten. Dennoch handelt es sich bei diesem neuen Fund um eine Sensation. Anscheinend gab es mehrere Ausflüge von Wikingern, die auch eine längere Zeit blieben. Diese Außenposten dienten meistens dazu, für die Zeit der Anwesenheit eine Unterkunft zu besitzen und dazu, Schiffe zu reparieren. Auch können sie als Winterquartier gedient haben. Es ist überliefert, dass die Wikinger besonders aufgrund der reichen Holzvorkommen die weite Reise auf sich nahmen. Dies wäre auch eine Erklärung dafür, warum es sich hier nicht um dauerhafte Siedlungen handelte.

Besonders interessant sind die Vermutungen der Archäologen, dass es ausgedehnte Handelsbeziehungen mit den örtlichen Ureinwohnern gegeben haben könnte.

Antiphona: Salve Regina – Gesang der Templer

Ein Gesang der Templer aus der Zeit der Kreuzzüge. Es wird sehr schön deutlich, dass die Templer sich als eine Mischung aus Rittern und Mönchen verstanden.

Text:

Latein:

Salve, Regina, mater misericordiae, vita, dulcedo et spes nostra, salve.
Ad te clamamus, exules filii Hevae.
Ad te suspiramus gementes et flentes in hac lacrimarum valle.
Eia ergo, advocata nostra, illos tuos misericordes oculos ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui, nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.
Ora pro nobis, sancta Dei Genitrix.
Ut digni efficiamur promissionibus Christi.

Deutsch:

Heil Dir, Königin, gnädige Mutter, unser Leben, unsere Süße und unsere Hoffnung, heil Dir. Zu Dir klagen wir, verbannte Kinder Evas. Zu Dir senden wir unsere Seufzer, unser Klagen und unser Weinen in diesem Tal der Tränen. Richte dann, unsere Fürsprecherin, deine gnädigen Augen auf uns. Und zeige uns nach diesem unseren Exil die gesegnete Frucht deines Schoßes, Jesus. Oh milde, oh liebende, oh süße Jungfrau Maria. Bete für uns oh heilige Mutter Gottes, dass wir uns würdig erweisen werden der Versprechungen Christi.


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