Mystery Blogger Award

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Ein reiner Mittelalterblog – das liest doch eh keiner, oder? Von wegen! Seit ich diesen Blog 2011 ins Leben gerufen habe, hat er eine treue Leserschaft gefunden. Eine Leserschaft, für die ich immer wieder gerne neue Artikel schreibe. Selbst dann, wenn es beruflich mal wieder etwas stressiger wird. Ich freue mich sehr, dass das Interesse an der Geschichte des Mittelalters nach wie vor so groß ist und ich einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, belegte und sichere Informationen zu entsprechenden Themen zur Verfügung zu stellen. Dementsprechend freue ich mich, dass mich Ralf Grabuschnik für den „Mystery Blogger Award“ nominiert hat.

Mystery Blogger Award” is an award for amazing bloggers with ingenious posts. Their blog not only captivates; it inspires and motivates. They are one of the best out there, and they deserve every recognition they get. This award is also for bloggers who find fun and inspiration in blogging; and they do it with so much love and passion.
– Okoto Enigma (Erfindern des Mystery Blogger Awards)

5 Fragen, 5 Antworten

Jeder der Nominierten wird dazu aufgefordert, einige Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. In meinem Fall sind es deren fünf. Auf gehts:

1) Was findest du an Geschichte interessant und warum beschäftigst du dich damit?

Nur wer seine Geschichte kennt, verfügt über ein solides Fundament für die Zukunft. Und nur wer die Geschichte kennt, kann die Zusammenhänge verstehen und dementsprechend handeln. Das ist der Kern meines Interesses und meiner großen Motivation, das Interesse an und das Wissen über die Geschichte weiter zu fördern.

2) Was gab euch den Anstoß, einen Geschichte Blog zu starten?

In meinem Fall ein Seminar des Instituts für Geschichtswissenschaften der TU Braunschweig, durchgeführt von Christian Frey im Jahr 2010. Es ging bereits damals um die Digitalisierung. Die Idee: Ein Blog, in dem wir über dieses Thema online schreiben und darüber diskutieren. Es wurde schnell klar, dass seriöse Blogs die Geschichtswissenschaft sehr bereichern können. Motiviert machte ich mich daran, ein Konzept zu erarbeiten und schließlich die ersten Artikel zu schreiben.

3) Was waren die überraschendsten Erlebnisse in eurer Zeit als Blogger?

Ich bin sehr froh, dass sich große Überraschungen in Grenzen gehalten haben. Aber es gab doch ein paar Dinge, die mich sehr froh gestimmt haben. Zum einen wären da die Rezensionen, die ich für einige Verlage schreiben konnte. Außerdem freut es mich sehr, dass ich im Laufe der Jahre so viele andere Blogger und ihre Arbeit kennenlernen durfte. Die Größe der Community hat mich dabei durchaus überrascht.

4) Was waren die größten Herausforderungen?

Die Zeit! In jedem Artikel stecken eine Menge Recherchearbeit und Planung. Was im Studium noch relativ problemlos möglich war, verlangt jetzt nach wesentlich mehr Organisation. Gerade in beruflich stressigen Zeiten finde ich nicht immer die Muße, um mich dem Blog zu widmen. Umso mehr freut es mich dann, wenn ich doch mal wieder Zeit und Energie dafür finde.

5) Ab welcher Uhrzeit sollte man eurer Meinung nach offiziell das erste Bier aufmachen dürfen?

Kein Bier vor vier? Kann man so halten. Bei mir meistens später.

 

Meine fünf liebsten Blogposts

Irgendwie mag ich sie ja alle – aber es gibt dann eben doch einige Artikel, die mir besonders am Herzen liegen. Hier sind meine fünf Favoriten:

William Marshal – Der größte aller Ritter

Die Rosenkriege 1461-1485 – York gegen Lancaster

Die Bedeutung der Wappen für die Welt des Mittelalters

Die Jagd im Mittelalter

Süße Düfte und sündhafter Gestank – Hygiene im Mittelalter

 

Jetzt seid ihr dran – meine Nominierten für den „Mystery Blogger Award“:

AFM – Blog

burgerbe-blog

Frag Machiavelli

Geschichte-u-Reenactment

JBS History Blog

mittelalter-entdecken.de

Historisch denken

Zeitsprung – Geschichten aus der Geschichte

Feuer&Flamme

Persophonie: Kultur-Geschichte

 

Meine 5 Fragen an die Nominierten:

  1. Wie bist du auf das Thema deines Blogs gekommen?
  2. Was motiviert(e) dich zum Bloggen?
  3. Welche Tipps würdest du einem Blog-Anfänger mit auf den Weg geben?
  4. Wie siehst du die Zukunft des Bloggens?
  5. Da eine seltsame Frage dabei sein soll, hier einer der Klassiker: Samurai gegen europäischen Ritter – wer würde gewinnen?

 

Die Regeln

  • Setze das Logo/Bild des Mystery Blogger Award in deinen Beitrag.
  • Erkläre die Regeln.
  • Danke der Person, die dich nominierte und verlinke den Blog im Beitrag.
  • Erwähne den Schöpfer des Mystery Blogger Award.
  • Erzähle deinen Lesern drei Dinge über dich selbst.
  • Nominiere 10 bis 20 Blogger.
  • Benachrichtige die Nominierten, indem du ihnen schreibst.
  • Denke dir fünf Fragen aus, die die Nominierten beantworten müssen; mit einer lustigen oder seltsamen Frage.
  • Teile deine fünf besten Blogposts.

Damit wünsche ich allen Nominierten viel Spaß beim Beantworten der Fragen. Allen Leser an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für das rege Interesse über all die Jahre!

 

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Die Belagerung von Neuss 1474/75 – Die Verteidigung der Stadtrechte gegen einen Herzog

Erstmals in der Geschichte dieser Seite gibt es einen Beitrag in eigener Sache. Nach langen Monaten, vielen Litern Kaffee und langem Quellenstudium habe ich meine Masterarbeit vollendet. Zu meiner großen Freude ist der Hamburger Diplomica-Verlag mit dem Wunsch an mich heran getreten, die Arbeit als Fachbuch zu veröffentlichen. Mit diesem Beitrag möchte ich gerne darauf aufmerksam machen und ein klein wenig Werbung in eigener Sache betreiben.

 

Die Belagerung von Neuss 1474/75 – Die Verteidigung der Stadtrechte gegen einen Herzog

Der Autor Daniel Ossenkop untersucht in seiner Studie die Ereignisse um die Belagerung von Neuss durch den burgundischen Herzog Karl den Kühnen im späten 15. Jahrhundert.

 

Wir schreiben das Jahr 1474. Unaufhaltsam nähert sich eine der größten und am besten ausgestatteten Armee ihrer Zeit unter der Führung des burgundischen Herzogs Karl dem Kühnen der kleinen, aber gut befestigten und zur Abwehr entschlossenen Stadt Neuss. Die kommenden Monate werden den Verteidigern aber auch den Angreifern alles abverlangen. Zum Einsatz kommen nicht nur die bekannten Nahkampfwaffen des Mittelalters, sondern eine Vielzahl an durchaus modern anmutenden Geschützen, Grabensystemen und Strategien. Hunger, Verzweiflung aber auch Hoffnung und Mut im Angesicht der andauernden Belastung sind stete Begleiter auf beiden Seiten. Fast ein Jahr lang wird es dauern, bis der deutsche Kaiser Friedrich III. ein Heer aufstellen und Neuss zu Hilfe kommen kann. Wie schafften es die Menschen in der belagerten Stadt, mit den extremen Belastungen über eine so lange Zeit hinweg umzugehen? Was bewegte sie, die Stadt nicht zu übergeben und wie schafften sie es, ihre Einheit zu wahren?

Die Geschichte der Ereignisse in und um Neuss am Ende des 15. Jahrhunderts fand bisher in der Literatur ein vergleichbar geringes Echo. So wäre es wohl auch im späten Mittelalter gewesen, hätte das Standhalten der mutigen, aber kleinen Stadt nicht die Geschichte Mitteleuropas wesentlich mitbestimmt. Die Neusser und ihre Verbündeten sorgten dafür, dass Karl der Kühne den burgundischen Herrschaftsbereich nicht auf das Rheinland ausdehnen konnte. Dieses verblieb damit im Heiligen Römischen Reich und somit im deutschen Herrschaftsbereich.

Im Rahmen dieser Studie wurden insgesamt fünf umfangreiche Quellen untersucht, darunter bekannte Reimgedichte, persönliche Briefe sowie eine bisher nicht edierte Version der „Cronica van der hilliger Stat va[n] Coelle[n]“ von 1499. Anhand der detaillierten Beschreibungen und Berichte konnte sowohl die Vorgeschichte als auch der genaue Ablauf der Belagerung rekonstruiert werden.

Das Buch richtet sich in besonderem Maße an Interessierte an der spätmittelalterlichen Stadtgeschichte. Auch für militärhistorisch begeisterte Leser wird es interessant sein. Es liefert einen detaillierten Einblick in die Kriegführung des späten 15. Jahrhunderts und offenbart Technologien und Strategien, die bereits überaus modern anmuten. Dies gilt ebenfalls für die Politik der Zeit, die ebenso komplex war wie die durchdachteste Kriegstaktik und weit über die Neusser Stadtgrenzen hinaus reichte.

Über das Buch

Titel: Die Belagerung von Neuss im 15. Jahrhundert. Die Verteidigung der Stadtrechte gegen einen Herzog.

Autor: Daniel Ossenkop

Taschenbuch, 88 Seiten, 44,99 EUR

ISBN: 978-3958506176

Diplomica Verlag 2014