Die Namen der Wochentage im Mittelalter – Ein Ausflug in die Chronologie

Montag bis Sonntag – dass die Namen der heutigen Wochentage ihre Ursprünge in der Antike haben, ist recht bekannt. Doch wie wurden die Wochentage im Einzelnen genannt? Die Kenntnis hierüber ist zentraler Bestandteil der Chronologie und unverzichtbar für die richtige zeitliche Einordnung von Schriftquellen. Unternehmen wir also eine kleine Zeitreise und werfen einen Blick auf die Wochentage der Menschen im Mittelalter.

Wer hat den Kalender eigentlich erfunden?

Eine genaue Einteilung der verschiedenen Tage des Jahres war nicht grundsätzlich neu. Die Menschen begannen sehr früh damit, den Lauf der Gestirne zu beobachten. Mit Hilfe ihrer Beobachtungen konnten sie bestimmte Gesetzmäßigkeiten erkennen und nutzbar machen. Der erste richtige Kalender wurde von den alten Ägyptern im vierten vorchristlichen Jahrtausend entwickelt. Hier lässt sich bereits die Einteilung in 365 Tage erkennen. Aber erst mit der Einführung des Julianischen Kalenders 46 v.Chr. entstand die Grundform, wie wir sie heute noch kennen. Juli und August erhielten 31 Tage, der Februar 28. Die Schaltjahre führte allerdings erst Papst Gregor XIII. 1582 ein, um die Länge des Kalenders an die des Sonnenjahres anzugleichen.1 Doch damit befinden wir uns bereits in der Frühen Neuzeit – lassen Sie uns also schnell wieder einige Jahre zurückreisen.

Die Namen der Wochentage im Mittelalter

Die Bezeichnungen der Tage richteten sich meist nach den Namen für bestimmte Fest- und Feiertage. Beachten Sie, dass die Woche im Mittelalter in der Regel mit dem Sonntag begann. Zudem wurden an unterschiedlichen Regionen bisweilen verschiedene Bezeichnungen verwendet.

Hier eine kurze Übersicht der Wochentage mit den uns überlieferten Bezeichnungen:

Sonntag: dominica, dies dominicus, dies Solis, sonnentag, lux domini

Montag: feria secunda, dies lune, mentag

Dienstag: feria tertia, dies Martis, Eritag, Irchtag, Zinstag, Cistag

Mittwoch: feria quarta, dies Mercurii, Wodenstag, Gudenstag, media septimana

Donnerstag: feria quinta, dies Jovis, durnstag

Freitag: feria sexta, dies Veneris, fridach

Samstag: feria septima, dies sabbatinus, sabbatum, sambestag, dies saturni, Satertag2

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, dem sei das Taschenbuch der Zeitrechnung von Hermann Grotefend sehr ans Herz gelegt. Mit seiner Hilfe ist die genaue Bestimmung historischer Daten möglich – ein unverzichtbares Werkzeug für jeden Historiker und Geschichtsinteressierten.

Literatur:

Grotefend, Hermann. Taschenbuch der Zeitrechnung. 14. Auflage. Hannover, 2007.

2Vgl. Grotefend, Hermann. Taschenbuch der Zeitrechnung. 14. Auflage. Hannover, 2007.

Die Bedeutung der Emotionen in der Geschichte

Wir alle wissen, welchen hohen Stellenwert die Bewertung von Ereignissen, Menschen und vielen anderen Aspekten im alltäglichen Leben einnimmt. Was wir dabei häufig aus den Augen verlieren ist, dass diese Bewertungen sehr stark von dem abhängen, was wir in der Kindheit gelernt haben – sei es durch Eltern, Erzieher, Lehrer und unsere Mitmenschen. In diesem kurzen Artikel soll es darum gehen, was diese Tatsache für die Geschichte und ihre Wahrnehmung bedeutet.

Wenn wir uns mit der Vergangenheit beschäftigen haben wir mehrere Möglichkeiten, Erkenntnisse darüber zu gewinnen. Das Studium von Quellen ist hierbei die wichtigste Herangehensweise. Erhaltene Schriftstücke und archäologische Fundstücke stellen hierbei die bedeutendsten Quellenarten dar.  Liegt ein Ereignis noch nicht zu lange in der Vergangenheit, sind  meist Zeitzeugen verfügbar. Dieses Glück haben Historiker, die sich mit der Antike oder dem Mittelalter beschäftigen, selbstredend nicht.

Bereits bei der Befragung von Zeitzeugen ist allerdings eine vorsichtige Herangehensweise zu empfehlen. Menschen tendieren generell dazu, die eigene Vergangenheit im Nachhinein positiver zu sehen, als sie es tatsächlich war – jeder kennt das Märchen von der guten, alten Zeit. Das trifft noch mehr auf das Selbstbild zu. Auch hatten die Zeitzeugen in den meisten Fällen keinen Überblick über das große Ganze, sondern lediglich über einen sehr begrenzten Bereich. Daher ist es wichtig, ihre Aussagen immer im Zusammenhang mit anderen Äußerungen, schriftlichen Quellen und materiellen Hinterlassenschaften zu sehen und zu bewerten.

Desto weiter die untersuchte Epoche zeitlich zurück liegt, desto schwieriger kann es werden, die Geschehnisse und die Menschen der Zeit zu verstehen. In der Geschichtswissenschaft wird aus diesem Grund stets streng an den Quellen gearbeitet, Spekulationen oder gar Aussagen zu den Gefühlen der Menschen sind in der Regel kein Bestandteil der wissenschaftlichen Literatur. Denn hierzu kann zunächst einmal nur dann eine Aussage getroffen werden, wenn ein Autor die emotionalen Äußerungen schriftlich festgehalten hatte. Wie fühlte sich Karl der Große, als er zum Kaiser gekrönt wurde? Was empfand Heinrich IV., als er den Gang nach Canossa antrat?

Selbst wenn Gefühlsäußerungen schriftlich festgehalten wurden, muss dies nicht zwangsläufig bedeuten, dass hier die wahren Gefühle zutage traten. Das Mittelalter war eine Zeit, in der symbolische Handlungen von zentraler Bedeutung waren. Dazu gehörte beispielsweise das Vergießen von Tränen. Diese Gesten finden sich zum Teil auch noch in der modernen Politik. Würden Sie von dem Verhalten eines Politikers während einer Rede auf seine wahren, innersten Gefühle schließen wollen?

Noch schwieriger ist die Bewertung der Emotionen der normalen Bevölkerung. Umso mehr, da diese auf den ersten Blick gar nicht so kompliziert erscheinen mag. Wir gehen oft automatisch von einer bestimmten emotionalen Reaktion aus, wenn wir an ein bestimmtes Ereignis denken. Ein Mensch wird getötet, seine Mitmenschen werden geschockt und traurig reagieren. Eine Hungersnot droht, Verzweiflung und Angst werden die Menschen im Griff haben. Was hier wirklich passiert ist, dass wir unseren persönlichen Filter über die historischen Ereignisse legen.

Aufschlussreich für die Eindrücke der einfachen Menschen sind bestimmte Chroniken des Spätmittelalters. Christian Wierstraet[1] geht in seiner „Dye hystorij des beleegs van Nuys“ explizit auf die emotionalen Belastungen ein, denen die belagerten Neusser während der Verteidigung gegen das Heer Karls des Kühnen 1474/75 ausgesetzt sind. Doch auch wenn wir dort lesen, wie stark diese Eindrücke auf die Menschen gewirkt haben – wirklich vorstellen und genau nachfühlen können wir diese nicht.

Noch aufschlussreicher sind die privaten Briefe, die sich aus dem späten Mittelalter erhalten haben. Die Korrespondenzen von Adligen lassen sich teilweise sehr gut rekonstruieren und bieten einen erstaunlich privaten Einblick in die Welt des Adels im Spätmittelalter.

Jeder Mensch nimmt die gleiche Umwelt unterschiedlich war, auch wenn es bei einigen grundlegenden Emotionen Parallelen gibt. Dieses Prinzip gilt nicht nur für unsere Mitmenschen, sondern auch für diejenigen, die in anderen Epochen lebten. Dazu kommt, dass sich Wertesysteme stets unterscheiden können. Doch sollten diese Themen ausgeklammert werden, wo es doch so schwierig ist, sich ihnen wissenschaftlich zu nähern?

Meiner Meinung nach wäre es eine gute Idee, dies nicht zu tun. Wie beschrieben gibt es durchaus Aufzeichnungen, die sich auf Gefühle von Menschen beziehen. Auch wenn man bei der Auswertung und Bewertung sehr vorsichtig vorgehen sollte, können diese ausgesprochen bereichernd wirken. Schließlich geht es in der Geschichte immer um die Menschen. Das große Interesse an historischen Romanen belegt eindrücklich, dass heute ein großes Bedürfnis nach einer emotionalen Beschäftigung mit der Geschichte besteht. Im Reenactment wird versucht, historische Ereignisse möglichst akkurat nachzustellen und die jeweilige Epoche für eine kurze Zeit  lebendig werden zu lassen. Dabei kennen sich die Darsteller inzwischen weit besser in den praktischen Dingen der jeweiligen Epoche aus, als es die Historiker tun würden. Serien und Filme mit geschichtlichem Hintergrund erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Zugang zum Publikum gibt es hier meist über die Emotionen. Ein Ausklammern derselben ist in der reinen Geschichtswissenschaft sehr gut möglich und häufig notwendig, für das Erreichen eines gewissen Publikums aber sehr kontraproduktiv. Es wäre meiner Meinung nach für alle Seiten von Vorteil, beides besser in Einklang zu bringen.

 

[1] Stadtschreiber der Stadt Neuss 1466-1475.

Wie finde ich Literatur und Quellen zum Mittelalter?

Für die Literatur- und Quellensuche stehen eine ganze Reihe von nützlichen Werkzeugen bereit. Bevor man sich nun aber voller Elan in die Recherche stürzt, sollte man ein paar Überlegungen im Voraus anstellen.

1) Zu welchem Thema möchte ich recherchieren? Gibt es bestimmte Zeitabschnitte? Bestimmte Orte und/oder Personen? Gilt das Interesse eher sozialen, wirtschaftlichen oder technischen Bereichen?

2) Zu welchem Zweck möchte ich recherchieren? Geht es um generelle Informationen zu einem bestimmten Thema? Oder sollte es schon etwas spezifischer sein, beispielsweise für die Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit?

3) Suche ich lediglich Literatur, oder sollen es auch Quellen sein?

4) Möchte ich nur vor Ort suchen oder bin ich bereit, Geld für Fernleihen oder Kopien auszugeben?

Vorweg noch eine kurze Erklärung zum Unterschied von Monographien und Aufsätzen. Monographien sind ganz einfach Bücher, die von einem Autor, u.U. in Zusammenarbeit mit einem anderen Autor, verfasst wurden. Aufsätze finden sich entweder in Sammelbänden oder in Zeitschriften. Mit Zeitschriften sind wissenschaftliche Zeitschriften gemeint. Sie erscheinen regelmäßig und enthalten die aktuelle Forschungsdiskussion und Rezensionen zu bestimmten Themengebieten. Aus diesem Grund ist die Verwendung von Zeitschriftenartikeln für eine wissenschaftliche Arbeit sehr wichtig.

Der einfachste Schritt ist zunächst die Suche in den Bibliotheken vor Ort. Öffentliche Bibliotheken, beispielsweise die der Stadt, bieten ein großes Angebot an nichtwissenschaftlicher Literatur. Die erkennt man am besten daran, dass die Bücher keinen Anmerkungsapparat enthalten und größtenteils Überblicksinformationen enthalten. Dafür findet man sehr häufig Werke zur lokalen Geschichte. Die wissenschaftliche Literatur findet man in den Universitätsbibliotheken, die man in den meisten Fällen nicht nur als Student nutzen kann. Suchen muss man in beiden Fällen nicht vor Ort, sondern kann dies in den Online-Katalogen im Vorfeld tun. Manchmal sind manche Werke auch nur im Magazin vorhanden und müssen vorher online vorbestellt werden. Möchte man besonders wertvolle Bücher anschauen, kann man dies nur in einem Sonderlesesaal der Bibliothek tun. Dies gilt ebenso für Quellen, die in der Bibliothek aufbewahrt werden.

Es lohnt sich auch ein Blick in das Literaturverzeichnis eines Buches zu einem bestimmten Thema. Hier findet man sowohl die Quellen als auch die Literatur, die der Autor für sein Werk verwendet hat. Dies ist ein sehr effektiver Weg, die relevanten Veröffentlichungen zu seinem Thema zu finden.

Findet man die gewünschten Bücher nicht in der Bibliothek, sollte man in Internet weiter suchen. Hierfür gib es ganz bestimmte Suchmaschinen. Zunächst lohnt eine Suche über die DigiBib. Hier kann man nach bestimmten Standorten gefiltert nach Literatur suchen. Gibt man vorher seine eigene Unibibliothek als Standort an, kann man hierüber auch Bücher per Fernleihe bestellen (ca. 1,50 Euro/Bestellung). Zusätzlich wird angezeigt, wo man das Buch überall bekommen kann. Sogar inklusive des Preises bei Amazon.

Der „Karlsruher virtuelle Katalog“  ist eine Suchmaschine, mit der man weltweit nach Literatur suchen kann. Je nach Wunsch kann man bestimmte Datenbanken auswählen.

Die „Regesta Imperii“ sind eines der wichtigsten Recherchewerkzeuge für das Mittelalter. Es handelt sich um das „Inventar aller urkundlichen und historiographischen Quellen der römisch-deutschen Könige von den Karolingern bis zu Maximilian I. sowie der Päpste des frühen und hohen Mittelalters“ (http://www.regesta-imperii.de/unternehmen.html, 11.02.2013). Auch kann man hier Literatur zum Mittelalter suchen.

Ein absolutes Standardwerk für die deutschen Quellen des Mittelalters ist die „Monumenta Germaniae Historica“, kurz MGH. Hier kann man online nach bereits edierten Quellen suchen, diese durchsuchen und anschließend herunterladen und/oder ausdrucken. Auf diese Weise kann man sich eine Menge Zeit sparen.

Möchte man bestimmte Dokumente aus einer anderen Bibliothek bestellen, bietet sich die Plattform „subito“ an. Hier kann man zu einen nach Literatur suchen, zum anderen kann man komplette Werke oder auch Auszüge (besonders interessant, wenn man nach Aufsätzen sucht) bestellen. Diese werden dann je nach Wunsch per Post oder auch per Email (nur bei Auszügen) zugestellt. Wie der Name schon vermuten lässt, lässt sich hier sehr schnell an Dokumente kommen. Die Lieferung ist allerdings nicht kostenfrei.

Sollte man bestimmte Quellen in der Bibliothek nicht vorfinden, lohnt ein Blick in die Archive. In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Archiven, die jeweils Quellenmaterial aus ihrem Zuständigkeitsbereich aufbewahren. Die Nutzung ist in der Regel kostenlos. Auch verfügen sie über kleinere und größere Bibliotheken. Die Quellensuche erfolgt entweder über die Online-Findmittel auf der Homepage oder aber über die Findbücher im Archiv selbst. Bevor man damit beginnt, sollte man sich aber bereits mit seinem Thema auskennen und genau wissen, was man sucht. Auch sollte man bedenken, dass die Quellen nicht ediert wurden. Das bedeutet, dass man wirklich die Originale vor sich hat, ohne Transkription und Übersetzung.

Es gibt inzwischen viele Quellen, die digitalisiert und online zugänglich gemacht wurden. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Sachsenspiegel des Eike von Repgow. Sucht man in Archiven des angelsächsischen Raumes hat man es ebenfalls sehr häufig mit bereits digitalisierten Quellen zu tun.

Es gibt noch eine ganze Reihe von verschiedenen Suchmöglichkeiten (einige finden sich auch in der Linkliste des Blogs). Ich habe hier nur die beschrieben, mit denen ich die besten Erfahrungen hinsichtlich Effizienz und Zuverlässigkeit gemacht habe. Wer Ergänzungen und eigene Erfahrungen posten möchte, kann dies gerne in den Kommentaren tun.

 

In eigener Sache: „Das Mittelalter – Der Blog“ ist eine nicht-kommerzielle Seite, die ich in meiner Freizeit betreibe. Die Seite wird auch zukünftig trotz eines hohen Aufwandes kostenlos bleiben. Ich würde mich daher wirklich sehr über eine kleine Aufmerksamkeit freuen.

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Das Mittelalter und seine Quellen

Ich möchte an dieser Stelle einmal darauf eingehen, warum wir heute überhaupt noch über das Mittelalter Bescheid wissen. Diese Frage klingt vielleicht auf den ersten Blick banal, ist aber nicht unwichtig. Immerhin ist aus dieser Zeit schon lange niemand mehr am Leben, der uns Auskunft geben könnte. Auch Fotografien gab es noch lange nicht, genauso wenig Filme oder Tonaufnahmen. Wir können uns einzig und alleine auf die schriftlichen Hinterlassenschaften des Mittelalters und archäologische Funde berufen. Doch wer sagt uns, dass es sich nicht um Fälschungen handelt?

An dieser Stelle wird es meistens schwierig. Wie wissen die Historiker, ob sie es mit einem Original oder zumindest der Abschrift eines Originals zu tun haben und nicht mit einer Fälschung? Um diese Frage möglichst sicher zu beantworten, wird die Quellen genau untersucht. Aus welchem Material besteht die Quelle? Wo wurde sie gefunden, wo aufbewahrt? Lassen sich Vermerke darüber finden, ob sie in einem bestimmten Archiv aufbewahrt wurde? Wie alt ist das Material? Stimmt der Inhalt mit anderen Quellen dieser Zeit überein? Wer war der Urheber der Quelle und passt dieser in den historischen Kontext?

Bei Texten, die nicht mehr im Original erhalten sind sondern lediglich eine Abschrift vorliegt wird versucht, die Herkunft des Originaltextes möglichst genau zu bestimmen. Dies geschieht durch den Handschriftenvergleich. Die Texte werden gelesen und es wird ein Koordinatensystem angelegt, mit dessen Hilfe man Abweichungen der Texte untereinander feststellen kann. Hieraus ergeben sich verschiedene Handschriftenklassen, anhand derer man Abhängigkeiten herausstellen kann. Auf diese Weise ist es möglich, einen sogenannten Archetyp zu bestimmen, also den Ursprungstext, auf den alle andere Abschriften zurückgehen. Dieser Arbeitsschritt wird beim Edieren einer Quelle angewandt und normalerweise in der Einleitung der Edition beschrieben.

Wenn man mit Bildern aus dem Mittelalter arbeiten möchte, sollte deren Echtheit im Vorfeld geklärt werden. Experten auf diesem Gebiet sind die Kunsthistoriker. Aber auch Naturwissenschaftler können mit Hilfe einer Altersbestimmung hilfreich sein. Dies ist insbesondere deswegen so wichtig, da ein großer Teil der mittelalterlich wirkenden Bilder nicht wirklich aus dem Mittelalter stammt.

Die Archäologie ist ein wesentlicher Bestandteil der Mittelalterforschung. In den schriftlichen Quellen geht es nur selten um die einfachen Menschen oder um Dinge, die für die damalige Zeit alltäglich waren. Bedenken Sie, Schreibmaterial war kostbar, die Herstellung von Schriften zeitaufwendig. Aufgeschrieben wurde nur, was aus der damaligen Sicht wirklich wichtig war. Die Archäologen geben uns Einsicht in dieses einfache Leben, in Bauernhöfe, Burgen und Städte. Ihre Funde lassen sich eindeutig datieren, da sie in entsprechenden Erdschichten gemacht werden. Im Zweifelsfall kann auch hier eine naturwissenschaftliche Altersbestimmung Sicherheit geben.

Unser Wissen über das Mittelalter beruht auf dem Zusammentragen aller Erkenntnisse, von der Tonscherbe im Boden bis hin zum wertvollen Codex in einer der verbliebenen Klosterbibliotheken. Durch einen steten Abgleich und eine generell kritische Arbeitsweise wird versucht, größtmögliche Sicherheit zu gewinnen. Dennoch, ein Restzweifel sollte immer bleiben. So stellte sich beispielsweise die Konstantinische Schenkung, die der römischen Kirche das Gebiet des Kirchenstaates zusicherte, erst sehr spät als Fälschung des Mittelalters heraus. Munter gefälscht wurde auch bei den Urkunden, da die Aussteller in der Regel keine Archive unterhielten und deren Echtheit nur schwer überprüfen konnten. Sicherlich gibt es viele Dinge, die wir noch nicht wissen und vielleicht niemals herausfinden werden (neue Quellenfunde aus dieser Zeit sind sehr, sehr selten). Die richtige Arbeitsweise schützt aber vor Fehlern, insbesondere der Vergleich aller Erkenntnisse zu einer bestimmten Zeit. So lassen sich Unstimmigkeiten am besten herausarbeiten.

 

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