Die Belagerung von Neuss 1474/75 – Die Verteidigung der Stadtrechte gegen einen Herzog

Erstmals in der Geschichte dieser Seite gibt es einen Beitrag in eigener Sache. Nach langen Monaten, vielen Litern Kaffee und langem Quellenstudium habe ich meine Masterarbeit vollendet. Zu meiner großen Freude ist der Hamburger Diplomica-Verlag mit dem Wunsch an mich heran getreten, die Arbeit als Fachbuch zu veröffentlichen. Mit diesem Beitrag möchte ich gerne darauf aufmerksam machen und ein klein wenig Werbung in eigener Sache betreiben.

 

Die Belagerung von Neuss 1474/75 – Die Verteidigung der Stadtrechte gegen einen Herzog

Der Autor Daniel Ossenkop untersucht in seiner Studie die Ereignisse um die Belagerung von Neuss durch den burgundischen Herzog Karl den Kühnen im späten 15. Jahrhundert.

 

Wir schreiben das Jahr 1474. Unaufhaltsam nähert sich eine der größten und am besten ausgestatteten Armee ihrer Zeit unter der Führung des burgundischen Herzogs Karl dem Kühnen der kleinen, aber gut befestigten und zur Abwehr entschlossenen Stadt Neuss. Die kommenden Monate werden den Verteidigern aber auch den Angreifern alles abverlangen. Zum Einsatz kommen nicht nur die bekannten Nahkampfwaffen des Mittelalters, sondern eine Vielzahl an durchaus modern anmutenden Geschützen, Grabensystemen und Strategien. Hunger, Verzweiflung aber auch Hoffnung und Mut im Angesicht der andauernden Belastung sind stete Begleiter auf beiden Seiten. Fast ein Jahr lang wird es dauern, bis der deutsche Kaiser Friedrich III. ein Heer aufstellen und Neuss zu Hilfe kommen kann. Wie schafften es die Menschen in der belagerten Stadt, mit den extremen Belastungen über eine so lange Zeit hinweg umzugehen? Was bewegte sie, die Stadt nicht zu übergeben und wie schafften sie es, ihre Einheit zu wahren?

Die Geschichte der Ereignisse in und um Neuss am Ende des 15. Jahrhunderts fand bisher in der Literatur ein vergleichbar geringes Echo. So wäre es wohl auch im späten Mittelalter gewesen, hätte das Standhalten der mutigen, aber kleinen Stadt nicht die Geschichte Mitteleuropas wesentlich mitbestimmt. Die Neusser und ihre Verbündeten sorgten dafür, dass Karl der Kühne den burgundischen Herrschaftsbereich nicht auf das Rheinland ausdehnen konnte. Dieses verblieb damit im Heiligen Römischen Reich und somit im deutschen Herrschaftsbereich.

Im Rahmen dieser Studie wurden insgesamt fünf umfangreiche Quellen untersucht, darunter bekannte Reimgedichte, persönliche Briefe sowie eine bisher nicht edierte Version der „Cronica van der hilliger Stat va[n] Coelle[n]“ von 1499. Anhand der detaillierten Beschreibungen und Berichte konnte sowohl die Vorgeschichte als auch der genaue Ablauf der Belagerung rekonstruiert werden.

Das Buch richtet sich in besonderem Maße an Interessierte an der spätmittelalterlichen Stadtgeschichte. Auch für militärhistorisch begeisterte Leser wird es interessant sein. Es liefert einen detaillierten Einblick in die Kriegführung des späten 15. Jahrhunderts und offenbart Technologien und Strategien, die bereits überaus modern anmuten. Dies gilt ebenfalls für die Politik der Zeit, die ebenso komplex war wie die durchdachteste Kriegstaktik und weit über die Neusser Stadtgrenzen hinaus reichte.

Über das Buch

Titel: Die Belagerung von Neuss im 15. Jahrhundert. Die Verteidigung der Stadtrechte gegen einen Herzog.

Autor: Daniel Ossenkop

Taschenbuch, 88 Seiten, 44,99 EUR

ISBN: 978-3958506176

Diplomica Verlag 2014

Advertisements

4 Kommentare zu “Die Belagerung von Neuss 1474/75 – Die Verteidigung der Stadtrechte gegen einen Herzog

  1. Axel Schudak sagt:

    Soweit ich mich erinnere, war die ursprüngliche Zielrichtung das Reichsaufgebot und dessen Komposition? Ist das noch Bestandteil der Arbeit?

    Gefällt mir

    • Sehr geehrter Herr Schudak,

      die Arbeit beschäftigt sich vor allem mit der Belagerung der Stadt Neuss durch die Burgunder sowie die beteiligten Akteure. Es soll gezeigt werden, wie sich der Konflikt entwickelte, was eine Belagerung im Spätmittelalter auszeichnete und wie die Situation schließlich gelöst wurde. Eine detaillierte Beschreibung des gegen Ende der Belagerung anrückenden Reichsaufgebots ist nicht Bestandteil der Arbeit.

      Gefällt mir

      • Axel Schudak sagt:

        Danke. Das finde ich Schade, da es m.W. nach noch keine umfassende Untersuchung über die Zusammensetzung des Reichsaufgebotes gibt. Vielleicht folgt das ja noch. Auch die im Gegensatz zu Neuss erfolgreiche Belagerung und Einnahme von Linz ist vergleichsweise wenig beachtet. Ich habe mir gerade erstmal die e-Book-Version der Arbeit besorgt 🙂

        Gefällt mir

      • Da gibt es definitiv noch einiges an Forschungsarbeit zu leisten. Mir ist schon bei der Arbeit zu Neuss aufgefallen, wie wenig auch dieses Ereignis in der aktuellen deutschsprachigen Literatur Beachtung findet. Das gilt für viele militärhistorische Themen des Mittelalters, inklusive das Reichsaufgebot des späten 15. Jahrhunderts.
        Ich hoffe, Sie können der Arbeit dennoch einige interessante Fakten entnehmen!

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s