Schrifttum im Mittelalter- Ein Überblick

Das Mittelalter war längst kein so dunkles Zeitalter, wie man es heute oft glauben könnte. Es war keineswegs so, dass das Schrifttum komplett ausgestorben war. Zwar gab es nicht mehr so viele Autoren, wie in der Antike. dennoch sind uns eine Reihe sehr wertvoller Schriften überliefert. Insbesondere die Buchmalerei fand im Mittelalter einen Höhepunkt. Ich möchte mich in diesem Artikel der Frage widmen, wie und zu welchem Zweck im Mittelalter geschrieben wurde.

Zunächst möchte ich mich dem Material widmen. Im Mittelalter wurde meistens auf Pergament geschrieben. Hierbei handelt es sich um nichts anderes als bearbeitete Kuhhaut. Die Haut wurde abgezogen, zugeschnitten und von Haaren befreit. Das Pergament wurde nun mehrfach gefaltet, je nachdem wie viele Seiten das Buch haben sollte. Anschließend wurde es mit Tinte beschrieben. Korrekturen waren mithilfe eines Schabers möglich. Die Tinte konnte bei Bedarf einfach abgeschabt werden. danach wurde das Buch mit einem Buchrücken versehen und zwischen zwei Buchdeckel eingebunden. Diese Buchdeckel waren entweder aus Leder oder aus Holz. Sie wurden mit Eisen beschlagen, um durch das liegen auf dem Pult nicht ab zu nutzen. Zusätzlich konnten Verzierungen angebracht werden, was aber nur bei sehr wertvollen Werken Anwendung fand.

Die päpstliche Kanzlei verwendete noch bis in das Mittelalter hinein Papyrus. Da dieses Material aber in den hiesigen Breiten aufgrund der Feuchtigkeit sehr schnell verfällt, ist von diesen Schriftstücken kaum noch etwas erhalten. Aus dem selben Grund stieg auch die Kirche nach und nach auf Pergament um.

Die Bücher wurden zumeist von Mönchen hergestellt. Nur sie waren in der Lage, zu schreiben. Häufig richteten sie sogar öffentliche Bibliotheken ein, um das Wissen zugänglich zu machen. Die Verbreitung von Wissen wurde von ihnen als eine heilige Aufgabe angesehen, welche ihn sogar Zugang zum Paradies verschaffen konnte. Mönche unternahmen häufig Reisen, um diese Bibliotheken zu besuchen.Diesen Schriften ist es zu verdanken, dass uns Werke antiker Autoren überliefert sind. Das Mittelalter war in dieser Hinsicht also bei weitem nicht die rückständige Zeit, als die wir sie heute oft betrachten.

Die von den Mönchen verwendeten Schriftzeichen waren normiert. Dies ist die heutige Forschung ein Glücksfall. Nur so ist es möglich, die Schriften zuverlässig entziffern zu können. Unter Karl dem Großen wurde beispielsweise die karolingische Minuskel eingeführt. Doch zu welchem Zweck wurde geschrieben? Zunächst ging es darum, die geistlichen Texte zu erhalten und zu verbreiten. Aber auch die Suche nach Heil durch das Verbreiten des Wissens war wichtig. Dazu kamen Texte, die wichtige Persönlichkeiten, zumeist Herrscher, beschreiben und ihre Taten verherrlichen sollten. Auch die Verwaltung benötigte Schrifttum. Wie wir sehen, war die Schrift auch im Mittelalter eine sehr wichtige Form der Kommunikation. Ihre Relevanz kann nicht überschätzt werden.


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