Waffen des Mittelalters: Mittelalterliche Pfeile

Als Ergänzung des Artikels über den Bogen, soll es an dieser Stelle um eine Waffe gehen, die entscheidend war für den Erfolg dieser Wurfwaffe. So wichtig der Bogen auch war, ohne die entsprechende Munition hätte er nicht viel ausrichten können. Die Pfeile waren je nach Einsatzgebiet mit verschiedenen Spitzen versehen. Schauen wir uns einmal an, was es für verschiedene Typen gab.

Zunächst war die Jagd eine der wichtigsten Einsatzgebiete des Bogens. Für die Jagd auf Kleintiere und Vögel wurde eine besondere Form von Pfeilspitzen verwendet. Es handelte sich um eine kleine Spitze ohne Klingen. Diese war besonders für die Jagd auf beispielsweise Hasen geeignet. Die gleiche Form wird heute noch für die Feldspitzen verwendet.

Für die Jagd auf mittelgroße und große Tiere wurde zumeist der Breitkopfpfeil verwendet. Dieser hatte den Vorteil, dass er durch seine zwei rasiermesserscharfen Klingen das gejagte Tier relativ zuverlässig und schnell tötete. Die Breitkopfspitze wurde aus diesem Grund auch gerne in Kampfhandlungen eingesetzt. Gegen ungepanzerte oder nur schwach gepanzerte Ziele war er äußerst effektiv. Als sich allerdings die Krieger besser zu schützen begannen, insbesondere im ausgehenden 14. und beginnenden 15. Jahrhundert, wurde er zunehmend durch einen anderen Typ Pfeilspitze ersetzt: dem Nadelbodkin.

Dieser Typ war nichts anderes als eine lange Stahlnadel. Diese verfügte nicht über geschliffene Klinge, sondern konzentrierte die gesamte Aufprallenergie auf eine sehr kleine Fläche. Sie war speziell dafür entwickelt worden, Plattenpanzer zu durchdringen. Besonders bei der Schlacht von Azincourt 1415 bewiesen diese Pfeilspitzen ihre durschlagende Wirkung.

Bei dem Material des Schafts war immer leichtes Holz, wobei der hintere Teil aus weichem, der vordere Teil (an dem die Pfeilspitze angebracht war) aus hartem Holz bestand. Die Steifheit des Holzes wurde und wird als „spine“ bezeichnet. Dieser Wert muss bei allen verwendeten Pfeilen gleich sein, um ein gleiches Flugverhalten zu gewährleisten. Je nach Zugkraft des Bogens variiert auch dieser Wert. Bei höherem Zuggewicht wird ein höherer Spinewert benötigt.

Die Befiederung bestand im Mittelalter aus Gänsefedern. Als beispielsweise Heinrich V. zur Vorbereitung seiner Invasion in der Normandie die Herstellung einer großen Menge an Pfeilen anordnete, waren danach in der Umgebung um London längere Zeit keine Gänse mehr zu finden. Es wurden pro Pfeil drei zugeschnittene Gänsefedern verwendet, welche den Pfeil in der Luft stabilisierten. Dieses bewährte Prinzip wird auch heute noch verwendet, wenn auch heute auch andere Federsorten und sogar Kunststoff verwendet werden.

Die Nocke wurde im Mittelalter in den Pfeil geschnitzt, immer senkrecht zur Maserung des Holzes. Andernfalls wäre der Pfeil beim Abschuss gespalten worden.

Hier ein Bild der verschiedenen Pfeilspitzen, von oben nach unten: Nadelbodkin, Feldspitze, Breitkopf, Jagd- und Trainingsspitze, Bodkin.

 

 

Bildquelle: http://en.wikipedia.org/wiki/File:Cr%C3%A9cy-en-Ponthieu_24-09-2008_12-11-33.JPG (28.10.2011)


Flattr this

Advertisements

2 Kommentare zu “Waffen des Mittelalters: Mittelalterliche Pfeile

  1. Elias sagt:

    Gefaellt mir gut die Seite. Schone Themenwahl.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s